Die Cloud demokratisiert disruptive Technologien

Die Kräfteverhältnisse in fast jeder Branche sind bedroht. Die Hiltons und Marriots dieser Welt verlieren Marktanteile an Firmen wie AirBnB und HomeAway. Einzelhändler und Kaufhäuser  kämpfen mit ihren Umsätzen, während Online-Händler immer mehr Auftragseingang verzeichnen. Sogar Lieferdienste für Essen werden verdrängt.

In vielen Branchen müssen sich Unternehmen etwas einfallen lassen, um ihre Marktanteile zu halten, denn Firmen mit disruptiven Technologien – drohen, ihnen diese abspenstig zu machen – wie etwa Uber, die etablierten Taxi-Unternehmen zu Leibe rücken(Bild: ©Viktor_Laszlo/pixabay.com)

Etablierte Firmen haben es immer schwerer profitabel zu bleiben, während junge, cloudbasierte Unternehmen ihnen Kundschaft und Umsatz abspenstig machen. Selbst das beste Produkt auf dem Markt ist kein Erfolgsgarant, wenn es nicht die Bedürfnisse der Kunden erfüllt und ihren Lifestyle-Geschmack trifft. ‚Digital zuerst‘ ist das neue Credo – immer mehr Menschen entscheiden sich für Firmen wie Netflix und Buzzfeed, anstatt ein Abo für das Kabelfernsehen abzuschließen oder Zeitungen zu kaufen. Pinterest ist ein weiteres gutes Beispiel: Seit 2010 führt das Unternehmen die Welten der Sozialen Medien und des Einzelhandels zusammen und ist mittlerweile ein unentbehrlicher Partner für jede ambitionierte Marke. Heute haben 87 Prozent aller Anwender von Pinterest schon mal ein Produkt gekauft, nachdem sie es auf der Seite gesehen haben. Ebenso verhält es sich mit Slack. In nur wenigen Jahren wurde die Kommunikationssoftware zum Liebling von Business-Anwendern, die genug haben von endlosen Email-Ketten. Die einfache und oft spielerische Handhabung der Software zeichnet sie gegenüber anderen Produkten aus, die den Markt jahrelang dominiert haben. Und mit der Bereitstellung von 540Mio.US$ Risikokapital steht der Aufstieg der Firma erst am Anfang.

In der Cloud geboren

Firmen mit disruptiven Innovationen sind heutzutage die Gewinner – sie arbeiten intelligenter, bieten Kunden echten Mehrwert und besitzen die dafür notwendige Flexibilität. Weil sie in der Cloud geboren wurden, können diese Firmen schnell auf veränderte Kundenbedürfnisse eingehen, egal ob dafür ein neuer Service, eine neue App oder sogar eine schnelle strategische Neuausrichtung notwendig sind. Im Gegensatz zu etablierten Firmen werden sie dabei nicht durch schwerfällige Prozesse und Systeme aufgehalten, die erst monatelang geändert werden müssen. Stattdessen arbeiten sie auf cloudbasierten Plattformen, die jederzeit angepasst werden können und im Bedarfsfall mitwachsen.

Disruption für alle

Egal ob große oder kleine Firma – der traditionelle Ansatz, an einem bereits überholten Geschäftsmodell festzuhalten und etwaige Lücken notdürftig zu schließen, reicht nicht mehr aus um mitzuhalten. Wenn sich Unternehmen nicht von Grund auf erneuern, besteht wenig Hoffnung, konkurrenzfähig zu bleiben und den wertvollen Kundenstamm zu behalten. General Electric konnte bereits am Anfang seines Übergangs zu Cloudplattformen in großem Umfang Kosten reduzieren. So betreibt der Konzern eine Konfigurator-Applikation für das Öl-und Gas-Geschäft mit jetzt 6.000US$ pro Jahr anstatt vorher 65.000US$. Änderungen benötigen zwei Minuten und nicht mehr 20 Tage. Für CIO Jim Fowler ist allerdings noch wichtiger, dass Mitarbeiter wieder mehr Zeit haben, um echte Innovationen zu entwickeln.

Druck auf etablierte Firmen wächst
In vielen Branchen müssen sich Unternehmen etwas einfallen lassen, um ihre Marktanteile zu halten, denn Firmen mit disruptiven Technologien – drohen, ihnen diese abspenstig zu machen – wie etwa Uber, die etablierten Taxi-Unternehmen zu Leibe rücken(Bild: ©Viktor_Laszlo/pixabay.com)


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