Mehr offene IoT-Systeme in der DACH-Region

Das Internet der Dinge zieht in immer mehr Haushalte ein, und nicht nur Technikbegeisterte haben weltweit Freude daran mit ihren smarten und internetfähigen Geräten zuhause zu kommunizieren. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Endverbrauchern ist die Gefahr, privateste Momente mit der ganzen Welt zu teilen, oft nicht bewusst. Dabei reicht bereits eine falsch konfigurierte Webcam um Hackern Tür und Tor zu öffnen.

 

(Bild: ©jeferrb/pixabay.com)

Als erstes Teilergebnis der Haunted-House-Studie von Sophos und Koramis liegt eine Heatmap vor, die die Verbreitung der aus dem Internet erreichbaren und damit oft angreifbaren IoT-Geräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz der vergangenen drei Monate zeigt. Die Zunahme der erreichbaren Geräte um 5,2 Prozent in diesem Zeitraum legt dabei den Schluss nahe, dass der Trend zu einem ‚Mehr‘ an smarten Mitbewohnern geht. Derzeit befinden sich etwa fünf Prozent der weltweit gefundenen offenen IoT-Geräte in dieser Region, das entspricht Platz drei hinter den USA, die mit über der Hälfte der gefundenen Systeme Spitzenreiter sind.Auf Platz zwei liegt Kanada.

Bewegung auch in ländlichen Regionen

Den Einwohnerzahlen entsprechend fanden sich die meisten zugänglichen IoT-Netze in den großen Metropolen der deutschsprachigen Region, doch auch in kleineren Ballungsräumen und selbst in ländlichen Regionen gab es Bewegung. Dies zeige: Während sich Sinn und Zweck von IT-Security-Lösungen bei der Nutzung von PCs, Tablets oder Mobilgeräten bei den meisten Usern herumgesprochen hat, nimmt man es mit der Sicherheit in vielen Wohnzimmern noch gelassener. In diesem Bereich sollte dementsprechend noch weitere Arbeit geleistet werden, um die Anwender für die drohenden Gefahren zu sensibilisieren. „Dass das Internet viele Bereiche unseres Lebens gläserner macht haben viele Nutzer zugunsten Spaß, Bequemlichkeit und Nützlichkeit akzeptiert. Viele IoT-Geräte führen jedoch zu einem weitaus niedrigeren Level an Datensicherheit und Privatsphäre,“ sagt Michael Veit, IT-Security Experte bei Sophos. „Viele Nutzer machen nicht nur ihre Webcams sondern auch ihre Steuerungssysteme für die Heimautomation inkl. Heizungs-, Rolladen- und Türschlossteuerung aus dem Internet zugreifbar, um auch aus dem Urlaub zuhause nach dem Rechten sehen zu können.

Unwissenheit und Bequemlichkeit

Obwohl man diesen Fernzugriff sicher und verschlüsselt einrichten kann, verzichten manche Nutzer aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit darauf und ermöglichen damit auch halbwegs Computerversierten, sich Zugang zu Webcams in Wohnzimmern und SmartHome-Kontrollsystemen zu verschaffen. Hinzu kommt: Hersteller, die klassisch der IT sehr nahe sind, statten ihre IoT-Geräte zumindest mit den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen wie Datenverschlüsselung und Passwortänderung bei der Inbetriebnahme des Gerätes aus und sorgen für regelmäßige Sicherheitsupdates. Viele IoT-Geräte, wie internetfähige Videokameras, smarte Kühlschränke und Unterhaltungselektronik oder Heizungssteuerungen sind hingegen oft nicht mit dem Fokus auf Security entwickelt und bekommen während ihres Lebenszyklus – wenn überhaupt – nur selten Sicherheitsupdates. Das ist insbesondere dann sicherheitstechnisch kritisch, wenn diese IoT-Geräte bei der Inbetriebnahme umgehend ihre Existenz im Internet bekanntgeben und sich oftmals auch für Fernzugriff erreichbar machen – was Hackern Tür und Tor öffnet.“

Offene IoT-Systeme
(Bild: ©jeferrb/pixabay.com)


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