Unterschiedliche WLAN-Anforderungen

Beim Einsatz im Industrieumfeld müssen WLAN-Geräte rauen Umgebungsbedingungen mit hohen Temperaturschwankungen, starken Vibrationen, Staub und Wasser standhalten. Der Fokus liegt demnach auf der Hardware.

Flexibel einsetzbare, kompakte Access Points und Client Modules mit Schutzart IP65: Scalance W778 und W738 (Bild: Siemens AG)

Flexibel einsetzbare, kompakte Access Points und Client Modules mit Schutzart IP65: Scalance W778 und W738 (Bild: Siemens AG)

Dennoch zu berücksichtigen gilt, dass der WLAN-Standard nach IEEE802.11 die hohen Anforderungen der Industrie nicht vollständig erfüllt. Deshalb zeichnet sich industrietaugliches WLAN auch softwareseitig durch spezielle Eigenschaften aus, die im Automatisierungsumfeld erforderlich sind. So sind sowohl Deterministik als auch schnelle Zykluszeiten im Millisekundenbereich notwendig, um zuverlässig Profinet nutzen zu können. Siemens z.B. bietet hierfür entsprechende industrielle Zusatzfunktionen.

Schutz vor Staub und Flüssigkeit

Hardwareseitig sind für einen reibungslosen WLAN-Betrieb in der Industrie, Komponenten mit hoher Schutzart unverzichtbar, da außerhalb des Schaltschrankes häufig raue Umgebungsbedingungen vorherrschen. Die IP-Schutzart zeigt an, wie resistent das jeweilige Gerät gegen das Eindringen von festen und flüssigen Stoffen ist. Für industrielle Anwendungen ist dieser Schutz essentiell, da durch eindringende Substanzen folgenschwere Störungen verursacht werden können. Die Klassifizierung erfolgt durch die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC). IP steht hier für Ingress Protection und wird bei der Bezeichnung einem Code aus zwei Ziffern vorangestellt. Die erste bezieht sich auf den Schutz gegen feste Stoffe. Diese werden nach unterschiedlichen Korngrößen bis hin zu Staub bemessen. Von keinem Schutz mit Ziffer Null wird bis zum höchsten Schutz mit Ziffer Sechs hochgezählt. Die zweite Stelle zeigt den Schutz vor Flüssigkeiten an. Dabei wird ausgehend von Tropfwasser bis zum Untertauchen unterschieden. Die Klassifizierungen sind von Null bis Neun abgestuft. IP65-Geräte weißen demnach den maximalen Staubschutz und einen sehr hohen Schutz vor Flüssigkeiten bis hin zu starkem Strahlwasser auf. Für den Einsatz außerhalb des Schaltschrankes wird in der Regel IP65 bevorzugt, da es bei Produktionsprozessen durchaus zu Wasserkontakt kommen kann. Bei regulären Anwendungen im Innenbereich geht dieser jedoch nicht über Strahlwasser hinaus.

Hohe klimatische Ansprüche

Zudem ist in einer industriellen Automatisierungsumgebung sowohl mit starken Temperaturschwankungen als auch mit anspruchsvollen mechanischen Belastungen zu rechnen. Daher zahlt sich ein besonders robustes und störungssicheres Geräte-Design aus, das für hohe klimatische Anforderungen ausgelegt sowie schock- und vibrationsfest ist. Dies bezieht sich gleichermaßen auf die Antennen und das Zubehör. Denn die jeweiligen industriellen Anforderungen können nur dann voll erfüllt werden, wenn alle WLAN-Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Siemens bietet hier zusätzlich zu seinen Access Points und Client Modules der Scalance W-Produktfamilie ein breites Zubehör-Portfolio mit unterschiedlichen Eigenschaften und Schutzarten für jede Anwendung.

WLAN — Rau vs. Smart
Bild: Siemens AG


Das könnte Sie auch interessieren

Haushaltsroboter erobern das Eigenheim

Mehrheit steht Robotern offen gegenüber 42 Prozent können sich vorstellen, einen Roboter im Haushalt einzusetzen Jeder zweite Interessent würde Roboter zur Überwachung des Zuhauses einsetzen‣ weiterlesen

Anzeige
Datenschutzgrundverordnung: Anforderungen werden oft ignoriert

Aktuell haben erst 13 Prozent erste Maßnahmen angefangen oder umgesetzt Nur eine Minderheit glaubt, die EU-Verordnung fristgerecht umzusetzen Größte Hürden sind unklarer Umsetzungsaufwand und Rechtsunsicherheit‣ weiterlesen

Das Unternehmen der Zukunft

Firmen stehen vor den größten Umbrüchen seit 50 Jahren. Denn die ausschließlich auf Shareholder Value ausgerichtete Unternehmensführung hat sich weitgehend überholt. So ist Shareholder Value in Zukunft das Ergebnis einer guten Strategie, aber nicht mehr deren Ziel. Auch das Bestreben, die besten Mitarbeiter zu Führungskräften zu entwickeln, tritt in den Hintergrund. Stattdessen stellt das Unternehmen der Zukunft den Kunden in den Mittelpunkt, setzt auf eine neue Generation von Mitarbeitern, kooperiert ausgiebig mit anderen Firmen und nutzt die Chancen der Digitalisierung. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie 'The Firm of the Future' der internationalen Managementberatung Bain & Company.‣ weiterlesen

Anzeige
Digitale Roadmap

Unter dem Druck, das eigene Geschäft zu digitalisieren, beginnen Unternehmen oft mit Einzelmaßnahmen wie einem neuen Webshop – Wir erklären, was stattdessen der erste Schritt sein sollte und wie Full-Service Digitalagenturen schon bei der Planung sinnvoll unterstützen können.‣ weiterlesen

Digitale Transformation in der Industrie

Die gewinnbringende Nutzung von Daten hat in der Industrie mittlerweile eine hohe Bedeutung erlangt. Die Frage, wo diese Daten gespeichert, wie sie gesichert und verfügbar gehalten werden, rückt entsprechend ins Zentrum der IT-Strategie.‣ weiterlesen

Cyberangriffe auf die Industrie

Etwa jede dritte Cyberattacke auf Rechner für industrielle Kontrollsysteme (ICS, Industrial Control Systems) in der ersten Jahreshälfte 2017 richtete sich gegen Unternehmen aus der Fertigungsbranche. Das zeigt der aktuelle Kaspersky-Bericht über Cyberbedrohungen für industrielle Automationssysteme [1]. Der zahlenmäßige Höhepunkt der Angriffe lag dabei im März 2017 – auch bedingt durch Wannacry. Zwischen April bis Juni gingen die Werte wieder leicht zurück.‣ weiterlesen