Auf was Unternehmen achten sollten

Sensoren sinnvoll einsetzen

Nach wie vor herrscht in vielen Unternehmen Unsicherheit darüber, wie ein guter Einstieg in das IoT gelingen kann. Rike Ermeling, Produktmanagerin bei Reichelt Elektronik, erklärt, wie IoT-Neulinge mit den richtigen Sensoren durchstarten können.

web_243376_Blue-(Bild: ©Planet-Studio/stock.adobe.com)

Der Trend hin zu Optimierung der Industrie ist ungebrochen und angesichts volatiler Lieferketten umso dringlicher. Laut Statista nutzten 2021 bereits 62 Prozent der deutschen Unternehmen spezielle Anwendungen für Industrie 4.0. Eine Hürde ist oft der Mangel an Fachkräften in den Unternehmen. Auch wenn vor der Implementierung bestimmte Kriterien, wie Interoperabilität oder Nachrüstbarkeit bei bestehenden Systemen, erfüllt sein müssen, kann der Einsatz neuer Sensoren in vielen Bereichen sinnvoll sein.

Smarte Fühler für bestimmte Fälle

Nicht für alle Unternehmen und für jede Maschine lohnt sich die Aufrüstung mit Sensoren. Doch die Bandbreite an Einsatzgebieten ist groß: Wird Sensorik implementiert, wie etwa Füllstandssensoren in der Produktion, können Probleme mit Maschinen durch vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) anhand bestimmter Parameter verhindert werden. Verschleiß wird so früh erkannt und eine Wartung kann erfolgen. Ebenso stellt die Verwendung neuer Maschinen immer einen Risikofaktor für den reibungslosen Produktionsablauf dar: Sensoren bieten etwa Kontrollsicherheit und halten mögliche Störungen oder Ausfälle minimal. Auch abseits der Produktion können Sensoren gute Dienste leisten, wie bei der smarten Überwachung von Räumen. Je nach Bedarf kann etwa die Raumtemperatur, der CO2-Gehalt oder auch die Luftfeuchtigkeit gemessen werden – wichtig etwa für Server-Betriebsumgebungen oder Büroarbeitsplätze.

Grundvoraussetzungen für den Sensoreneinsatz

Eine grundlegende Frage, die sich Unternehmen stellen sollten, lautet: Können die vorhandenen Maschinen mit den gewünschten Sensoren nachgerüstet werden? Bei den meisten neueren Modellen ist das zwar kein Problem, dennoch lohnt sich die Überprüfung. Zunächst muss die relevante Messgröße bestimmt werden, je nach Einsatz kann das sowohl die Umgebungs-, Vibrations- und Bewegungsdaten als auch für den Prozess sehr spezifische Daten umfassen. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die Maschinen bereits über die benötigte Sensorik und Schnittstellen (z.B. Ethernet) verfügen oder ob diese extern nachgerüstet werden müssen. Ebenso ist abzuklären, wie mehrere Maschinen vernetzt werden sollen (z.B. physisch oder drahtlos). Bei der Bestimmung des Anwendungsgebiets vor der Implementierung sollte ein Augenmerk darauf liegen, welchen Nutzen das Unternehmen aus der Analyse der gewonnen Daten ziehen kann.

Diese Antwort hat auch Auswirkungen auf die nächste Voraussetzung: Um die Unmengen an Daten, die Sensoren im Einsatz sammeln, nutzen zu können, braucht es eine entsprechende Netzinfrastruktur, Bandbreite und Analyseplattform. Auf dieser werden die Daten gesammelt, konsolidiert und mit Hilfe von KI ausgewertet – erst dann können wertvolle Erkenntnisse geschöpft werden. Sind diese Fragen geklärt, richtet sich der Fokus auf die Datensicherung. Laut Statista sind Datenschutzanforderungen das größte Hemmnis für den Industrie 4.0-Einsatz in deutschen Unternehmen – zusammen mit fehlenden finanziellen Mitteln. Oft können Plattformanbieter auch hier unterstützen. Dennoch ist es ratsam, sich zunächst eingehend mit den Datenschutzregelungen für das eigene Unternehmen auseinanderzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

In einem offenen Brief haben sich IT-Forscher verschiedener Institutionen und Unternehmen an die Politik gewandt und fordern, Lösegeldzahlungen nach Ransomware-Angriffen zu unterbinden.‣ weiterlesen

Anzeige

Exklusiv für Abonnenten

Schulungen zu organisieren ist oft mit großem Aufwand verbunden. Maschinenbauunternehmen stehen zusätzlich vor der logistischen Herausforderung, das Schulungsmaterial - darunter große Maschinen oder Maschinenteile - zur Verfügung zu stellen. Diese Hürden fallen weg, wenn Unternehmen ihre Trainings ins Metaverse verlagern. Wie das gelingen kann zeigt das Beispiel der Hess Group.‣ weiterlesen

Anzeige

Forrester Consulting hat im Auftrag von Instaclustr die Untersuchung "The Advantages of Using Free And Open Source Software vs. Open Core Software" durchgeführt. Ein Ergebnis der Studie: 84 Prozent der Befragten erwägen, eine Managed-Services-Plattform mit Open-Source-Technologien zu nutzen.‣ weiterlesen

Wie stehen Fach- und Führungskräfte zum zunehmenden Einsatz von Robotern? Dieser Frage ist der Robotik-Spezialist Fruitcore Robotics nachgegangen. Demnach gibt es Seitens der Befragten zwar sorgen, die Hoffnungen, die mit dieser Entwicklung verbunden sind, überwiegen jedoch.‣ weiterlesen

Daten lesen, speichern und weiterleiten - darum geht es beim Thema Edge Analytics. Kai Schwab, Regional Sales Director DACH bei Crosser, erklärt im Gespräch mit dem INDUSTRIE 4.0 & MAGAZIN, welche Use Cases dafür prädestiniert sind und warum eine zentrale Datenverarbeitung immer wichtiger wird.‣ weiterlesen

Die Zahl der weltweit installierten Industrieroboter hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Laut International Federation of Robotics wurden 486.800 Einheiten installiert.‣ weiterlesen