Technologie für das vernetzte Fahrzeug

Passagiere im neuen mobilen Lebensraum

Die Vision der Automobilindustrie ist schnell erklärt: Verkehrsteilnehmer vom Auto über LKW und Fahrräder bis hin zu Fußgängern sollen miteinander vernetzt sein. Fahrer werden zu Passagieren in einem neuen mobilen Lebensraum. Bevor es soweit ist, müssen von der verbauten Antenne bis zur weltweiten IT-Infrastruktur technische Probleme gelöst werden.

 (Bild: Laird Technologies)

(Bild: Laird Technologies)

Ein wichtiger Schritt in Richtung des autonomen Fahrens. Doch ganz so einfach umzusetzen ist das nicht. Herausforderungen bestehen derzeit noch in der Antennentechnik, den Steuergeräten, dem Schutz vor Cyberangriffen und der Akzeptanz neuer Geschäftsmodelle – sowohl auf Seiten der Hersteller als auch der Kunden.

Connectivity-Lösungen gefragt

Erste Ansätze für intelligentes Auto gab es schon in den 90er Jahren, die jedoch meist an der Kostenfrage scheiterten. Die Telematik-Lösungen waren zu teuer. Das könnte sich mit der aktuellen Evolution von reinen Telematik-Konzepten hin zu immer weitreichenderen Verknüpfungsangeboten inklusive Domain Controllern ändern. Vernetze Fahrzeuge müssen Daten mit anderen Quellen in einer ausreichend hohen Geschwindigkeit austauschen können. Erst dann ist sogenanntes Sensorsharing möglich, wobei Fahrzeuge verschiedener Hersteller Sensordaten anderer Verkehrsteilnehmer nutzen und interpretieren. Zum anderen benötigen auch die Passagiere immer mehr Performance im Auto, um mit der Außenwelt verbunden zu sein. Deswegen wird eine Domainzentrale benötigt, die über Mobilfunkschnittstellen die Konnektivität des Fahrzeugs sicherstellt. Die Fahrzeugkommunikation steht derzeit vor einem kritischen Umbruch und muss sich diesen Herausforderungen stellen, um die Evolution der Kommunikationstechnologien auf das Auto zu übertragen.

Energieeffizienz im Auto

Energieeffizienz und die Anpassung der Autos an die Umwelt werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Momentan werden Signale von Antennen auf dem Dach eines Fahrzeugs mithilfe von Kabelverbindungen an die Bordelektronik übermittelt, die sich oft im Fahrercockpit befindet. Werden die Frequenzbänder von derzeit 6GHz auf bis zu 100GHz erweitert, um die erforderlichen Datenvolumen übertragen zu können, reicht eine Kabelverbindung von der Antenne zur Transceiver-Elektronik nicht mehr aus. Zudem ist die Verlegung der Antennenkabel aufgrund der geringen Biegsamkeit alles andere als trivial und erhöht durch die große Menge an benötigten Leitungen zudem das Gewicht des Fahrzeugs. Eine Lösung wäre es, die Elektronik und damit die Signalverarbeitung möglichst nah an der Antenne anzubringen. Also entweder direkt unter dem Dach oder in der Antenne selbst. Doch die schwankenden Witterungsbedingungen, denen die Elektronik dann ausgesetzt ist, könnten dann Probleme verursachen. Die Temperaturen unter dem Dach und in der Antenne sind oft sehr hoch und schwanken zudem, was der Elektronik auf Dauer zusetzt. Nur wenige Hersteller können Elektronik und Antenne unter solchen Bedingungen zusammen bringen. Eine weitere Herausforderung im Bereich der Antennentechnologie entsteht durch die Ausweitung der Frequenzbänder von derzeit unter 6GHz auf bis zu 100GHz. Dies wird im Rahmen der Einführung des Mobilfunkstandards 5G stattfinden. Dadurch wird die Dämpfung erhöht, sodass Signale nur noch in geringerem Abstand übertragen werden können. Ungerichtete Antennen können so jedoch keine bzw. nur eingeschränkt Signale empfangen. Diese Strecke kann durch eine gezielte Ausrichtung der Antennen vergrößert werden. Dafür müssen Devices mit verschiedenen Antennen bestückt werden, von denen immer diejenige genutzt wird, die sich in der Richtung des Senders befindet. Auch Road-Side-Units müssen mit gerichteten Antennen ausgestattet werden, um Signale an Geräte in vorbeifahrenden Fahrzeugen zu übertragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Im aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC zeigen sich die befragten Maschinenbauer, mit Blick auf das globale Wirtschaftswachstum, pessimistischer als noch im Vorquartal. Für die deutsche Wirtschaft geht die Mehrheit der Befragten jedoch von einer positiven Entwicklung aus.‣ weiterlesen

Anzeige

Gut acht von zehn Unternehmen mit Predictive-Maintenance-Erfahrung bewerten bislang erzielte Ergebnisse eher positiv, ergab kürzlich eine Umfrage der Unternehmensberatung Staufen. Was beeindruckend klingt, sei aber eher ein Beleg, mit welch geringen Erwartungen an die vorausschauende Instandhaltung herangehen werde, fasst Staufen-CEO Martin Haas die zentralen  Studienergebnisse zusammen. Noch schöpfen die Anwendungen das Potenzial dieser Technologie bei weitem nicht aus.‣ weiterlesen

Traditionelle Geschäftsmodelle basieren üblicherweise auf einer bestehenden Technologie, sie sind selbsterklärend und bilden den Selbstzweck des Unternehmens. Im Falle eines technologischen Umbruchs zerbrechen alte Geschäftsmodelle und der Prozess beginnt von Neuem. Im gegenwärtigen Zeitalter der Daten kommt es immer wieder zu derartigen Disruptionen. Videotheken und Netflix, Spotify und BMG oder LinkedIn und etablierte Personaldienstleister sind sehr gute Beispiele, anhand der Veränderung durch die Digitalisierung und Datennutzung zu lernen, wie mit 3D-Vision in nahezu jeder Industrie neue Geschäftsmodelle aufgebaut werden können.‣ weiterlesen

Wie stehen die Deutschen zum Thema künstliche Intelligenz? Dieser Frage hat sich das Marktforschungsinstitut YouGov gewidmet. Die Befragung von 2.000 Personen ergab, dass die Mehrheit der Befragten der Technologie scheinbar skeptisch gegenüber steht. Der Anteil der Skeptiker steigt zudem mit dem Alter‣ weiterlesen

Im Zusammenhang mit IoT-Projekten fallen oft Schlagworte wie Big Data oder Echtzeitanalysen. Doch bei Weitem nicht in allen Anwendungsfällen kommt es auf die maximale Leistungsfähigkeit der Devices oder auf hohe Bandbreiten für die Datenübertragung an. Einfache Nachrichten von einfachen Sensoren kommunizieren über energiesparende Low-Power-Netzwerke. Auch unter Sicherheitsaspekten ist weniger manchmal mehr: Geräte mit wenig Prozessorleistung und wenig Bandbreite stellen keine attraktiven Ziele für Hacker dar.‣ weiterlesen

Bislang erreichen nur etwa fünf Prozent aller Unternehmen weltweit ihre digitalen Ziele. Digitale Vorreiter wachsen dabei rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb. Dies zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Bain & Company.‣ weiterlesen