Maschinenbau ist Vorreiter der Digitalisierung

80 Prozent der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben in den vergangenen Monaten ihre Investitionen in digitale Technologien erhöht. Dies geht aus einer Studie von TCS und Bitkom Research hervor.

Bild: ©Blue Planet Studio/stock.adobe.com

Der Maschinen- und Anlagenbau ist unter den Schlüsselbranchen in Deutschland am aufgeschlossensten gegenüber der Digitalisierung. So sind in einer Umfrage von Tata Consultancy Service (TCS) neun von zehn Maschinen- und Anlagenbauern (93 Prozent) offen für digitale Technologien und Neuerungen, im Branchenschnitt sind es 85 Prozent. Zudem lehnt keines der befragten Unternehmen die Digitalisierung ab.

Erhöhte Investitionen

Wie aus der Studie hervorgeht, haben 80 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauern aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen Monaten ihre Investitionen in digitale Geräte, Technologien und Anwendungen erhöht – ebenfalls mehr als in den anderen untersuchten Branchen.

„Die Pandemie hat die Digitalisierung rasant beschleunigt“, sagt Santu Mandal, Head – Manufacturing Business Unit bei TCS in Deutschland. „Corona hat auch deutlich gemacht, dass Digitalisierung für Unternehmen zwingend notwendig ist, um flexibel und belastbar zu bleiben. Firmen müssen heute digitale Technologien und digitale Geschäftsmodelle einführen, um auch künftig schwierige Rahmenbedingungen besser zu meistern.“

Auf Cloud-Computing setzen 84 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland. Jedes zweite Unternehmen nutzt 3D-Druck (54 Prozent, branchenübergreifend: 26 Prozent) oder Robotik (47 Prozent, branchenübergreifend: 20 Prozent). Ein Nischenthema bleibt hingegen Blockchain, die nur 3 Prozent der Unternehmen einsetzen (gesamt: 7 Prozent).

Schlüsseltechnologie KI

Mehr als jeder zweite Maschinen- und Anlagenbauer (53 Prozent) zeigt sich in der Studie davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz (KI) eine Schlüsseltechnologie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit ist. Bei den Unternehmen, die sich bereits mit KI beschäftigt haben und entsprechende Anwendungen einsetzen, dies planen oder darüber diskutieren, liegt der Anteil mit 80 Prozent sogar noch deutlich darüber.

In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus: Lediglich 14 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI-basierte Anwendungen ein. Weitere 16 Prozent planen die Nutzung, 17 Prozent diskutieren dies aktuell im Unternehmen. Durch den Einsatz von KI wollen die Unternehmen vor allem Kosten sparen (59 Prozent) und Effizienzgewinne erzielen (47 Prozent).

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