Kompetenzmodelle in der Digitalisierung

Durch die cyber-physikalische Vernetzung im Internet der Dinge sowie den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entwertet sich Fachwissen immer schneller, KI-Systeme übernehmen repetitive menschliche Arbeit. Für die berufliche (Weiter-)Bildung hat dies Konsequenzen. Sie muss nicht nur Wissen vermitteln und Methoden trainieren, die den neuen Aufgaben entsprechen, sondern Unternehmen und Mitarbeiter darin unterstützen, Kompetenzen zu entwickeln, um in einer sich wandelnden Arbeitswelt weiterhin handlungsfähig zu bleiben.

 (Bild: ©geralt/pixabay.com)

(Bild: ©geralt/pixabay.com)

Nach Einschätzung des World Economic Forum könnten 65 Prozent der heutigen Schulkinder später in Jobs arbeiten, die heute noch nicht existieren. Es gibt Modellrechnungen, nach denen in den kommenden zehn Jahren durch das Internet der Dinge, Automatisierung und KI-Systeme je nach Branche die Hälfte der Arbeitsplätze entfallen könnten.

Prognosen je nach Studie unterschiedlich

Andere Studien prognostizieren deutlich geringere Folgen. Nach der Wissensgesellschaft rufen Bildungsforscher nun das Zeitalter der Kompetenzgesellschaft aus. Eine Erstqualifikation und daraus entstandene Fertigkeiten, Methoden und Fachwissen sind notwendige Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Sie sind aus unternehmerischer Sicht aber heute nur noch nur ein Teilaspekt bei der Mitarbeiterentwicklung. Wichtiger ist das, was Mitarbeiter aus ihren Fähigkeiten machen, wie sie Problemstellungen in der Praxis angehen. Vor allem in komplexen Situationen, in denen die bekannten Regeln, die alten Kenntnisse und Fertigkeiten nicht mehr zur Problembewältigung ausreichen, müssen Mitarbeiter selbstorganisiert die unbekannte Herausforderung lösen können. Und genau dafür brauchen sie die entsprechende Kompetenz und das gleich auf mehreren Handlungsfeldern.

Sich selbst der Lösung nähern

Trotz Wissens- und Erfahrungslücken müssen sie bereit und in der Lage sein, sich selbstlernend einer Lösung zu nähern und eine Entscheidung zu treffen. Handlungskompetenz setzt Eigeninitiative und Selbststeuerung voraus, nicht nur bei Managern, sondern immer häufiger auch in vermeintlich einfachen Positionen. Vor allem Teams müssen sich dafür Lernräume erschließen, in denen sie durch Reflektion ihrer Arbeit eine permanente Situation des Erfahrungslernens schaffen. Kompetenzmanagement und der Einsatz eines Kompetenzmodells ist deshalb für jedes Unternehmen mit Zukunftsperspektiven im Rahmen der digitalen Transformation ein wichtiges Mittel für die Weiterentwicklung der Organisation und seiner Mitarbeiter. Ein Kompetenzmodell beschreibt die im Unternehmen vorhandenen und benötigten Kompetenzen für alle Arbeitsprozesse und unterstützt die beständige Entwicklung der Organisation – sowohl bei der Personalentwicklung aktueller Mitarbeiter als auch bei der Gewinnung und Eingliederung neuen Personals oder der Änderung in kompletten Wertschöpfungsprozessen. Typisch sind im Kompetenzmanagement Cluster wie Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Persönlichkeits- und personale Kompetenz sowie Führungskompetenz.

Was kommt nach der Wissensgesellschaft?
Bild: ©geralt/pixabay.com


Das könnte Sie auch interessieren

Im Zuge der Digitalisierung lernen Maschinen, sich zu äußern, bevor ihre eigenen Gelenke knirschen. Predictive Maintenance wird häufig diskutiert: Laut einer Befragung der Unternehmensberatung BearingPoint wird das Thema der vorausschauenden Instandhaltung bislang jedoch lieber diskutiert als umgesetzt.‣ weiterlesen

Sechs von zehn Bundesbürgern würden in bestimmten Situationen eher die Entscheidung einer Künstlichen Intelligenz akzeptieren als die eines Menschen. Und dabei geht es nicht nur um neue Serienvorschläge bei Netflix und Co. Das geht aus einer Befragung des Digitalverbandes Bitkom hervor.‣ weiterlesen

Kundenkontakt fand in früheren Zeiten ausschließlich auf direktem Wege statt. Das hat sich stark geändert: Die Berührungspunkte sind heute zahlreich und was der Nutzer aus sozialen Medien kennt, will er auch auf geschäftlicher Ebene bekommen. Der Landmaschinenhersteller Claas hat dem daraus entstehenden Datenvolumen mit einer Digital-Asset-Management-Lösung entgegengewirkt und in diesem Zuge eine einheitliche Marketing- und Kommunikationsstrategie etabliert.‣ weiterlesen

Innovative Geschäftsmodelle sind auf dem Vormarsch und erfordern ein Umdenken in der Unternehmenswelt. Mehr denn je benötigen Mitarbeiter Orientierung im unternehmerischen Alltag und Stabilität in den Prozessen. Altbewährtes rückt damit in den Fokus: Das Lean Management.‣ weiterlesen

Die Feiertage bieten nicht nur Anlass, zurückzuschauen, sondern auch einen Blick auf das kommende Jahr zu werfen. Für Trivadis, die fu?hrende IT-Dienstleisterin im DACH-Raum und in Dänemark, gibt es fünf Trends, die 2018 alle Unternehmen beschäftigen werden. Urban Lankes, CEO von Trivadis, verrät, welche dies sind.‣ weiterlesen

Rund jedes vierte Industrieunternehmen (28 Prozent) war in jüngster Zeit von einem Cyberangriff betroffen. Zielgerichtete Attacken nahmen dabei um mehr als ein Drittel zu. Das geht aus einer Studie von Kaspersky Lab hervor. Da die Nachfrage im Jahr 2017 nach Zero-Day-Exploits für industrielle Kontrollsysteme auf dem Schwarzmarkt signifikant anstieg, gehen die ICS CERT Experten von Kaspersky Lab davon aus, dass im Jahr 2018 spezifische Malware auftaucht, die es auf Schwachstellen industrieller Automationskomponenten abgesehen hat. ‣ weiterlesen