Handel dank IoT im Aufwind

Selbständig arbeitende Staubsauger und Rasenmäher gehören mittlerweile zum Alltag. Und das ist nur die sichtbare Spitze des riesigen Eisberges Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Studie der Unternehmensberatung BearingPoint und des IIHD Instituts analysiert, wie IoT für den stationären Handel zum ‚Game Changer‘ wird.

Studie von BearingPoint und IIHD Institut zeigt: Tante Emma findet dank IoT zu alter Stärke zurück (frei zur redaktionellen Nutzung). (Bild: BearingPoint GmbH/IIHD Resarch)

Studie von BearingPoint und IIHD Institut zeigt: Tante Emma findet dank IoT zu alter Stärke zurück (frei zur redaktionellen Nutzung). (Bild: BearingPoint GmbH/IIHD Resarch)

Die Vernetzung von intelligenten Geräten, die selbstlernend agieren, schreitet in vielen Wirtschaftsbereichen voran und führt zur Transformation etablierter Geschäftsmodelle, Denkmuster sowie gesamter Wertschöpfungslogiken. Prognosen zufolge könnten bis 2020 7,6 Milliarden Geräte in Firmen vernetzt sein und die weltweiten Unternehmensausgaben in IoT um jährlich 14 Prozent auf dann 1,4 Billionen US-Dollar wachsen. Auch die Handelsbranche wird sich durch diese Entwicklung maßgeblich verändern.

Retail 4.0

In der durch die Digitalisierung des Kunden und seiner Verhaltensweisen geprägten Ära ‚Retail 4.0‘ kann das IoT neue Wege ermöglichen, um mit dem Konsumenten in Interaktion zu treten. Die Vorteile des Online-Handels lassen sich künftig auch im stationären Handel mit dem Smartphone als zentralem Connector zwischen Kunde und Händler realisieren. Neue Produkte und Dienstleistungen entstehen, indem die Geräte die Verhaltensweisen und Bedürfnisse der Konsumenten lernen, Problemlösungen entwickeln und diese schnell an die Konsumenten zurückspielen. Damit geht eine Verlagerung der Informationsverarbeitung vom Back- hin zum Front-End einher. Daten werden direkt beim Konsumenten verarbeitet und Entscheidungen und Handlungen initiiert, was sich in einer deutlich höheren Handlungsgeschwindigkeit widerspiegelt. Routinekäufe können dann sogar von den Geräten eigenständig übernommen werden und beim Händler eine automatisierte Bestellung auslösen. Echtzeitbestände stellen für Handelsunternehmen in einer hochdynamischen Wettbewerbslandschaft ein zentrales Erfolgskriterium dar – die Realisierung stellt sie jedoch vor große Herausforderungen. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen Sortimentsanpassungen schneller erfolgen als bei den Wettbewerbern – idealerweise automatisiert. Durch das IoT sind Sortimentsauswertungen nun direkt am Point-of-Sale möglich. Die Konsequenz: Validere und differenziertere Entscheidungen in einer höheren Geschwindigkeit. Wichtige Konsumenten-Daten können erfasst und Sortimente individueller abgestimmt werden. Personalisierte Angebote und Produktempfehlungen sind im Online-Handel ein etabliertes Mittel der Kundenkommunikation, das dem stationären Handel insbesondere aufgrund fehlender Lösungen zur Identifikation des einzelnen Kunden bisher verwehrt war. Die persönliche Kundenkommunikation wird durch IoT und die Verknüpfung mit dem Smartphone des Kunden als Empfängermedium nun ermöglicht.

Filialen werden zu Smart Stores

Durch die Verknüpfung der Vertriebskanäle und ihrer individuellen Vorteile gewinnen die Filialen als zentrale Interaktionspunkte wieder stärker an Bedeutung und werden zu Smart Stores. „Die Technologie ist heutzutage erstmals realistisch mit überschaubarem Kosten- und Technologie-aufwand in Filialen oder Zwischenlagern einsetz- und skalierbar. Bei der Umsetzung von IoT- und Smart-Store-Konzepten befindet sich der deutsche Handel aktuell noch inmitten einer Konzeptionsphase – der Automatisierungsgrad ist Stand heute noch sehr gering. Eine der zentralen Hürden für die Implementierung von IoT sind die Skalierbarkeit von IT-Strukturen sowie die Notwendigkeit hoher Investitionen. Handelsunternehmen sollten jedoch bereits frühzeitig die Grundlagen schaffen, um das volle Potenzial von IoT realisieren zu können“, so Kay Manke, Partner bei BearingPoint.

 

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