Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategien noch ausbaufähig

Familienunternehmen trotzen der Krise

Deutsche Familienunternehmen zeigen laut einer Studie von PWC in der Krise Widerstandskraft. Beim Thema Digitalisierung fühlen sich jedoch nur 34 Prozent gut aufgestellt. Zudem wird laut Studie das Thema Nachhaltigkeit oft unterschätzt.

(Bild: PricewaterhouseCoopers GmbH)

In der Krise zeigt sich die Stärke deutscher Familienunternehmen: Die meisten deutschen Familineunternehmen können die Pandemie aus eigener Kraft bewältigen, obwohl rund die Hälfte von ihnen Umsatzeinbußen in Kauf nehmen muss. Das zeigt der ‘Family Business Survey 2021’, für den die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC und die INTES Akademie für Familienunternehmen 2.800 Familienunternehmen aus 87 Ländern befragt haben, darunter rund 170 aus Deutschland. Demnach greift nur jedes fünfte Familienunternehmen auf externes Kapital zurück. Drei Viertel halten an Belegschaft, Boni und Ausschüttungen fest. Gleichzeitig deckt die Pandemie die Schwächen der Unternehmen auf, insbesondere bei den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Stabile Finanzlage

Obwohl die Hälfte der Familienunternehmen durch die Pandemie teils erhebliche Umsatzeinbußen verkraften musste – ein Drittel rechnet mit Einbußen im zweistelligen Bereich – war ihre Finanzlage so stabil, dass nur in jedem zehnten Unternehmen die Inhaberfamilie Eigenkapital zuschießen musste. Zum Vergleich: Weltweit war das in 15 Prozent der Familienunternehmen der Fall.

Der Digitalisierungsdruck wächst

Was den Bereich der Digitalisierung betrifft, wollten laut Vorgängerstudie aus dem Jahr 2018 bereits 70 Prozent der deutschen Familienunternehmen bis 2020 signifikante Fortschritte gemacht haben. Heute halten sich lediglich zehn Prozent der Befragten für so gut aufgestellt, dass die Digitalisierung nicht länger Top-Priorität für sie hat – weltweit liegt dieser Wert mit 19 Prozent fast doppelt so hoch.

Daher ist der Digitalisierungsdruck in keinem anderen Land so groß ist wie in Deutschland, so die Studie. Für 74 Prozent der Familienunternehmen hat die Verbesserung ihrer digitalen Fähigkeiten höchste Priorität in den kommenden zwei Jahren – im weltweiten Schnitt liegt er bei 52 Prozent. “Das Bewusstsein dafür, dass jetzt gehandelt werden muss, wächst weiter. Aber die Erkenntnis, dass Transformation nicht im Trippelschritt erfolgen kann, noch nicht. Hier braucht es den Mut, groß und grundlegend anders zu denken, eine Strategie mit einem Umsetzungsplan – und manchmal auch ein neues Geschäftsmodell”, sagt Dr. Dominik von Au, Geschäftsführer der INTES Akademie für Familienunternehmen und Partner bei PwC Deutschland

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