IFAA-Trendbarometer Arbeitswelt

Unternehmen brennt der Fachkräftemangel unter den Nägeln

Die aktuelle Auswertung der IFAA-Trendanalyse macht sehr deutlich: Die Fachkräftesicherung ist das Topthema in den Unternehmen. Das zeigt, wie präsent der Fachkräftemangel ist. In den vergangenen Jahren erhöhte sich ebenso die Bedeutung von lebenssituationsabhängigen Arbeitszeiten. Ein klarer Trend: Unternehmen handeln und beweisen Flexibilität beim Thema Arbeitszeit.

Die langfristige Analyse zeigt einen deutlichen Anstieg der Fachkräftesicherung seit 2014. (Bild: Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.)

Die langfristige Analyse zeigt einen deutlichen Anstieg der Fachkräftesicherung seit 2014. (Bild: Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.)

Die Fachkräftesicherung hat bei der Frühjahrserhebung 2019 des IFAA-Trendbarometers die höchste Bedeutung bei den 577 befragten Teilnehmer aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft. Die langfristige Analyse zeigt einen deutlichen Anstieg der Fachkräftesicherung seit 2014. Zeitgleich nimmt die Bewertung der lebenssituationsabhängigen Arbeitszeiten zu. “Für Beschäftigte wird es immer wichtiger, Arbeit und Privatleben zu verbinden. Gezielt werden Arbeitgeber bevorzugt, die flexible Arbeitszeitmodelle anbieten oder auch mobile Arbeit unterstützen. Das sind betriebliche Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dafür sind unter anderem eine entsprechende Unternehmenskultur und die Nutzung der vernetzten und intelligenten Digitalisierung sinnvoll”, kommentiert Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Direktor des IFAA.

KI erst in Zukunft das Topthema

Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz wird von den 577 Befragten am geringsten eingeschätzt. Erstaunlich ist der scheinbare Widerspruch zwischen der aktuellen Bedeutung bei lernenden Systemen und künstlicher Intelligenz im Verhältnis zur zukünftigen Bedeutung. In der zukünftigen Bedeutung stufen die Experten künstliche Intelligenz als deutlich wichtiges Thema der Unternehmen ein. “Die Unternehmen sind teilweise noch immer in der Orientierungsphase. Die Möglichkeiten des Einsatzes von KI im Unternehmen sind nicht für jedes Unternehmen gleich. Das ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung. Hier bedarf es zum einen noch mehr Aufklärung über KI und zum anderen erfordert es Investitionen und Kapazitäten sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Allerdings ist allen Unternehmen die Bedeutung für die Zukunft und die Notwendigkeit, Neuerungen anzugehen, bewusst,” so die Analyse von Stowasser. Dass große Unternehmen das Thema Machine Laerning und künstliche Intelligenz wie auch vernetzte Digitalisierung und Industrie 4.0 als deutlich relevanter einstufen als kleine Betriebe wundert nicht. “Große Unternehmen sind zum größten Teil schon in der Umsetzung. Sie haben mehr Ressourcen zur Verfügung und stehen häufig mehr im internationalen Vergleich”, erläutert Stowasser.

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