Human-Capital-Trendstudie von Deloitte

Schon sozial und digital?

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat rund 10.000 Unternehmensvertreter weltweit und 600 in Deutschland nach den größten Trends im Bereich Arbeitskräfte, Organisation und HR befragt. Die Teilnehmer sehen ihre Unternehmen dabei oft nur bedingt gut aufgestellt – in technischer wie in organisatorischer Hinsicht.

Business meeting in a modern office. (Bild: ©János Gehring/Fotolia.com)

 (Bild:©Janos Gehring/Fotolia.com)

Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in Zeiten des technologischen Wandels und der Talentknappheit kann auch davon abhängen, ob und wie die Transformation zu einer sozialen Organisation gelingt, die den Menschen, seine Bedürfnisse und die Belange der gesamten Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Die Global- Human-Capital-Trendstudie der Wirtschaftsprüfuzngsgesellschaft Deloitte, in deren Rahmen international rund 10.000 und in Deutschland mehr als 600 Teilnehmer befragt wurden, identifiziert dabei wichtige Trends für die Transformation in den Bereichen Arbeitskräfte, Organisation und Human Resources. Die Studie soll zeigen, wie die Unternehmensvertreter ihren eigenen Reifegrad auf dem Weg zur sozialen Organisation einschätzen und worin sie die größten Herausforderungen sehen. “Die Unternehmen stehen auf dem Weg zur sozialen Organisation vor verschiedenen Aufgaben. Sie reichen von neuen Stellenzuschnitten und einer stärkeren strukturellen Teamorientierung über eine veränderte Führungskultur bis hin zum gezielten Einsatz digitaler Technologien. Der Reifegrad von Unternehmen als soziale Organisation wirkt sich nicht nur abstrakt auf die allgemeine Zukunftsfähigkeit aus, sondern auch ganz konkret in finanzieller Hinsicht: Wer sich als weiter fortgeschritten einstuft, erwartet ein deutlich besseres Geschäftsergebnis”, erklärt Udo Bohdal-Spiegelhoff, Leiter Human Capital Advisory Services bei Deloitte.

Berufe verändern sich, werden aber nicht ersetzt

Viele Prozesse im Arbeitsalltag sind laut Studie zunehmend maschinen- und datengetrieben. 56% der Studienteilnehmer in Deutschland gaben an, automatisierte Prozesse als Maßnahme zur Produktivitätssteigerung zu nutzen, 49% setzen sie bei repetitiven Aufgaben ein. Das soll Mitarbeiter entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, sich auf genuine menschliche Fähigkeiten wie Problemlösung, Kommunikation und Kreativität zu fokussieren. Laut der Studie verändern sich Berufsbilder somit primär anstatt durch Maschinen ersetzt zu werden. So rechnen nur 38% der weltweiten Befragten mit Stellenstreichungen durch Automatisierung. Ohne digitale Fähigkeiten wird es aber nicht gehen: Mit 92% geben nahezu alle deutschen Befragten an, dass der Auf- und Ausbau digitaler Skills aller Mitarbeiter von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit ihres jeweiligen Unternehmens ist. Allerdings würden nur 34% den Großteil der Belegschaft aktuell als ‘digital ready’ bezeichnen.

Unternehmensführung gefordert

In einem von permanenter Disruption geprägten Kontext sei die Unternehmensführung gefordert, die zunehmende Ambiguität und kurzfristige Veränderungen zu meistern, so die Studienautoren. Dabei spielt die Führungskräfte-Entwicklung eine wichtige Rolle. 69% der Studien-Teilnehmer in Deutschland bestätigen die Wichtigkeit, Führungskräfte auf diese neuen Herausforderungen vorzubereiten. Nur 35% sehen das in ihrem Unternehmen auch tatsächlich gegeben. In einem sozialen Unternehmen spielen neben der Vergütung auch flexibilitätsschaffende Maßnahmen wie Home Office eine Schlüsselrolle für Arbeitnehmer. In Deutschland bieten bereits 84% der Organisationen solche Maßnahmen an (globaler Durchschnitt 59%). Mit 16% ist die Zahl der deutschen Befragten, die ihre Vergütungsstrategie im Einklang mit den Organisationszielen und ihren persönlichen Wünschen sehen, allerdings gering.

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