Studie zur künstlichen Intelligenz

Jeder Zweite würde mit Robotern zusammenarbeiten

Die Deutschen sehen den Nutzen von künstlicher Intelligenz bei Mobilität und Fertigung. Wie aus einer Umfrage des Technologiekonzerns Bosch hervorgeht, kann sich jeder Zweite der Befragten vorstellen, mit einem Roboter zusammenzuarbeiten.

 (Bild: Robert Bosch GmbH - Logistikzentrum)

(Bild: Robert Bosch GmbH – Logistikzentrum)

Ob zuhause, im Straßenverkehr oder bei der Arbeit – künstliche Intelligenz (KI) wird großen Einfluss auf viele Lebensbereiche haben. Bereits heute verfügen Smartphones zum Beispiel bereits über intelligente Sprachassistenten und auch in der Medizin wird KI zur Diagnose eingesetzt. Die Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) hat jedoch noch kein klares Bild davon, wo KI bereits eingesetzt wird. Das hat eine Umfrage von Bosch und dem Marktforschungsinstitut Innofact anlässlich des KI-Symposiums ‘AI CON‘ ergeben. Demnach kennen die meisten Befragten (82 Prozent) den Begriff, mehr als die Hälfte (53 Prozent) weiß aber nur ungefähr, was damit gemeint ist. Für die hat das Marktforschungsinstitut wurden bundesweit 1.022 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

Kontrolle behalten

„Je stärker intelligente Systeme den Alltag prägen, desto wichtiger ist es, den Menschen den Nutzen aufzuzeigen und so für Akzeptanz dieser wichtigen Technologie zu sorgen“, sagte Dr. Michael Bolle, Geschäftsführer und zugleich Digital- und Technikchef von Bosch, anlässlich der ‘AI CON‘, „Wir müssen deutlich machen, dass der Mensch die Kontrolle über die KI behält“, so Bolle.

Arbeit mit dem Roboter

Ein Beispiel dafür, wie KI dem Menschen nutzen kann, ist das automatisierte Fahren. Auch in der vernetzten Fertigung kommt KI zum Einsatz: In der smarten Fabrik werden Mensch und Maschine als intelligente Mannschaft zusammenarbeiten – der Roboter nimmt dem Menschen anstrengende oder gefährliche Aufgaben ab, lernt aus Erfahrungen und entlastet den Menschen auf diese Weise. Ein Ausblick, mit dem sich laut der Bosch-Umfrage viele Deutsche anfreunden können: Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sehen im Einsatz von künstlicher Intelligenz in den Bereichen Fertigung und Mobilität einen großen Nutzen. Offen zeigen sie sich auch dafür, künftig mit einem Roboter zusammenzuarbeiten, wenn dieser ihnen Routineaufgaben abnimmt: Jeder Zweite (50 Prozent) könnte sich das gut vorstellen und würde die frei werdende Arbeitszeit vor allem dafür nutzen, um sich sozialen oder kreativen Tätigkeiten zu widmen. Unterschiede bezüglich des Nutzens von KI zeigen sich mit Blick auf das Alter. Vor allem in der Gruppe der 18-29-Jährigen werden auch das Smartphone und das eigene Zuhause als Bereiche gesehen, in denen die Befragten davon ausgehen, dass KI-Anwendungen nützlich sein könnten. Um Kompetenzen im Bereich KI auszubauen, hat Bosch Anfang 2017 das Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) gegründet. Ein Schwerpunkt des BCAI ist es zu erforschen, nach welchen Regeln Maschinen lernen und welche Schlüsse sie aus dem Gelernten ziehen. Um junge Forscher in diesem Bereich zu fördern, will der Technologiekonzern im nächsten Jahr erstmals den mit 50.000€ dotierten Bosch AI Young Researcher Award ausschreiben. „Wir forschen an künstlicher Intelligenz, die sicher, robust und nachvollziehbar ist“, sagte Bosch-Forschungschef Prof. Thomas Kropf. „KI wird die Fähigkeiten des Menschen ergänzen.“ Um die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz gemeinsam voranzutreiben, haben Bosch und Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Ende 2016 das Cyber Valley ins Leben gerufen. „Im Cyber Valley schaffen Wissenschaft und Industrie gemeinsam ein Ökosystem für die beste KI-Forschung“, sagte Prof. Bernhard Schölkopf, Direktor am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen anlässlich der ‘AI CON‘. Ziel ist es, Erkenntnisse der Forschung möglichst schnell in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen, hochqualifizierte Forscher nach Baden-Württemberg zu holen sowie KI-Experten dort auszubilden und zu halten.

Studie zur künstlichen Intelligenz

Jeder Zweite würde mit
Robotern zusammenarbeiten

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