Knowhow-Transfer mit künstlicher Intelligenz

Informationen suchen
und finden

Verlassen Mitarbeiter das Unternehmen, geht oft auch Wissen verloren. Auf der anderen Seite müssen neue Mitarbeiter angelernt werden. Um Beschäftigten die Informationen bereitzustellen, die sie benötigen, können sogenannte ‘Insight Engines’ helfen. Daniel Fallmann, CEO von Mindbreeze, erklärt, worum es dabei geht.

(Bild: ©Julien Eichinger/stock.adobe.com)

Deutsche Fertigungsunternehmen werden zunehmend durch den vorherrschenden Fachkräftemangel beeinträchtigt. Als Resultat des demografischen Wandels soll die Anzahl an Rentnern bis zum Jahr 2035 um bis zu 22 Prozent steigen. Millionen Fachkräfte verlassen demnach in den nächsten Jahren ihre Betriebe und mit ihnen über die Jahre angesammeltes Expertenwissen, Branchenerfahrung sowie einmalige Kenntnisse und Einblicke. Fertigungsunternehmen stehen somit vor Herausforderungen: Wie können sie einer möglichen Fragmentierung oder gar dem Verlust von Wissen begegnen und zugleich eine neue Generation an Fachkräften schnell und effektiv anlernen?

Erster Schritt: klare Vorgaben

Klare Vorgaben für die Dokumentation und Speicherung von Prozessen und Daten durch das Management sind ein erster Schritt, jedoch oft schwierig unternehmensweit einheitlich umzusetzen. Doch es gibt Tools die Abhilfe schaffen. Mit smarten IT-Systemen, sogenannten Insight Engines, hilft der Softwareanbieter Mindbreeze dabei, eine Wissensbasis zu schaffen, auf die Mitarbeiter zurückgreifen können.

Informationen verknüpfen

Neue Mitarbeiter stehen oft einer Informationsflut gegenüber, die in den ersten Arbeitstagen oft schwer zu bewältigen ist. Wichtige Fragen tauchen meist im Nachgang von Einführungen auf oder wenn die ersten Arbeiten anstehen. Unabhängig davon wie sehr sich Kollegen auch bemühen, beim Onboarding neuer Mitarbeiter werden nie alle relevanten Informationen vermittelt. Doch wenn es um rasche Entscheidungen oder reibungslose Prozesse geht, kann ein Mangel an Informationen erheblichen Schaden verursachen. Insight Engines können Wissen im richtigen Kontext bereitstellen. Sie kombinieren den Leistungsumfang einer Suchlösung mit Methoden der künstlichen Intelligenz, wie etwa Machine bzw. Deep Learning oder Sprachverarbeitungs-Technologien. Auf diese Weise sind sie in der Lage, Informationen aus verschiedenen Datenquellen semantisch zu analysieren, zu verknüpfen, Zusammenhänge aufzuzeigen und dadurch komplexe Sachverhalte einfach darzustellen.

Zu den Datenquellen gehören etwa Informationen über Produkte, Pläne über Komponenten, Protokolle und Listen über interne Experten. Das Tool setzt dort an, wo Mitarbeiter die Daten produzieren, verarbeiten und speichern. Sie konsolidiert Informationen aus unterschiedlichen Quellsystemen. Von spezifischen Fachanwendungen, über E-Mail-Programme, bis hin zu dem Intranet und der Cloud – sämtliche Informationen werden bei einer Suchabfrage miteinbezogen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um strukturierte Metadaten (wie etwa Einträge in Fachanwendungen), semi-strukturierte Inhalte (z.B. E-Mails) oder unstrukturierte Inhalte (Text, Audio, Video) handelt. Eine Insight Engine bereitet die benötigten Informationen auf und stellt sie im Rahmen der Zugriffsrechte mit nur einer Abfrage zur Verfügung. Kommt es zu einer Abfrage, extrahiert die Software jene Informationen, die die konkreten Anforderungen erfüllen. Erweitert um relevante Zusatzinformationen ergibt sich so eine 360-Grad-Sicht auf die abgefragte Information und damit ein umfassender Überblick über ein konkretes Thema, wie beispielsweise der Life Cycle eines Bauteils oder die einzelnen Komponenten einer Maschine.

Das könnte Sie auch interessieren

Data Sharing birgt großes Potenzial, wird aber kaum genutzt. Rechtssicherheit, gemeinsame Modelle und finanzielle Anreize könnten Unternehmen zum Teilen bewegen, so repräsentative eine ZEW-Studie mit 1.400 Firmen.‣ weiterlesen

Laut der Staufen-Studie 'Performance-Treiber 2024' gehen acht von zehn der mehr als 200 befragten Industrieunternehmen davon aus, dass die Einführung neuer Technologien für einen Produktivitätsschub sorgen wird. Vor allem in der Datenanalyse werden große Potenziale gesehen.‣ weiterlesen

Mehr als 700 Ingenieure und Entwickler geben in aktueller Protolabs-Studie Einblicke zu momentanen und künftigen Herausforderungen der Produktentwicklung. Demnach wissen Unternehmen mit Problemen wie etwa Materialknappheit umzugehen. Andere Einflussfaktoren wirken sich jedoch stärker aus.‣ weiterlesen

Das TCS Thought Leadership Institute hat rund fast 1.300 CEOs und Führungskräfte zum Thema künstliche Intelligenz befragt. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt demnach, dass die Bedeutung von KI größer oder gleich groß sein wird wie die des Internets (54 Prozent) und des Smartphones (59 Prozent). Um von den Effekten durch KI zu profitieren, müssen sich jedoch vielerorts auch Strukturen ändern.‣ weiterlesen

Deutsche und Schweizer C-Level Manager sehen besonders für das Homeoffice Handlungsbedarf, um dort in der Zukunft sensible Daten besser zu schützen. Die Österreicher halten Smart-Building-Technologien für anfällig. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie des Security-Spezialisten Sophos.‣ weiterlesen

Leistungsfähige Mikrochips sind entscheidend für den erfolgreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Das am Karlsruher Institut für Technologie koordinierte, vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt EDAI verfolgt einen neuen Ansatz: Die Forschenden koppeln den Entwurf von KI-Algorithmen und KI-Chips.‣ weiterlesen

Washtec produziert Autowaschtechnik für Kunden auf der ganzen Welt. Der Erfinder der Portalwaschanlage beschäftigt rund 1.800 Angestellte in mehr als 80 Ländern und hat mehr als zehntausend Waschanlagen an sein Kundenportal angeschlossen. Die anfallenden Daten werden dazu genutzt, den Anlagenbetrieb zu optimieren und neue Services zu ermöglichen.‣ weiterlesen

Was mit Produkten wie Siri oder Alexa für das eigene Zuhause bereits im Alltag angekommen ist, könnte auch in Produktionsumgebungen Mehrwerte schaffen - die Sprachsteuerung von Maschinen. Der Embedded-KI-Spezialist Aitad zeigt die Möglichkeiten auf.‣ weiterlesen

Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt mit seiner Engineering-Roadmap und den darin enthaltenen Themenblöcken einen Rahmen für konkrete Forschungsschwerpunkte der nächsten zehn Jahre vor. Im Mittelpunkt stehen vier Hauptthemen.‣ weiterlesen

Die SPS wird im nächsten Jahr (2025) vom 25. bis zum 27. November in Nürnberg stattfinden und somit wieder auf den seit vielen Jahren bekannten Zeitraum zurückkehren.‣ weiterlesen

Laut aktuellem Lagebild Cyberkriminalität sind Taten aus dem Ausland erneut gestiegen während solche aus dem Inland leicht rückläufig waren. Mehr als 800 Unternehmen haben 2023 einen Ransomwareangriff angezeigt, wobei von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen wird.‣ weiterlesen