Soll der Einsatz von KI
gesetzlich reguliert werden?

Ethische Grundsätze für künstliche Intelligenz schaffen Vertrauen beim Kunden

Das IT-Beratungshaus Capgemini hat untersucht, welchen Einfluss ethische Grundsätze für das Vertrauen in den Einsatz künstlicher Intelligenz haben. Ethisches Verhalten wird demnach belohnt, unethisches Verhalten sanktioniert.

 (Bild: ©Alexander/stock.adobe.com)

(Bild: ©Alexander/stock.adobe.com)

Ethische Grundsätze gewinnen für das Vertrauen der Öffentlichkeit in die künstliche Intelligenz (KI) eine immer bedeutendere Rolle. Das geht aus einer Studie des Capgemini Research Institute hervor, für die 1.580 Führungskräfte von Großunternehmen aus zehn Ländern sowie mehr als 4.400 Verbraucher aus sechs Ländern befragt wurden. Verbraucher, Mitarbeiter und Bürger belohnen demnach ethisches Verhalten, sanktionieren aber auch zweifelhafte Praktiken. Zudem zeigt die Studie, dass als ethisch empfundene KI-Interaktionen die Kaufbereitschaft und Loyalität der Verbraucher gegenüber Unternehmen steigern.

Mehr Vertrauen beim Kunden

62% der befragten Verbraucher vertrauen Unternehmen mehr, wenn KI-basierte Interaktionen als ethisch wahrgenommen werden. Positive Erfahrungen würden 61% mit Freunden und Familie teilen, 59% würden eine höhere Loyalität gegenüber dem Unternehmen empfinden. Jeweils 55% geben an, sie würden in dem Fall mehr Produkte kaufen sowie gute Bewertungen in den sozialen Medien geben. Ethische Probleme bei der KI-Interaktion, etwa fehlende Zustimmung zur Datennutzung oder intransparente und verzerrte Ergebnisse, haben laut Studie hingegen negative Auswirkungen: 41% der Konsumenten würden sich beschweren, 36% eine Erklärung verlangen. Ein Drittel würde den Kontakt zum Unternehmen abbrechen.

Ethische Fragestellungen für Führungskräfte

Etwa 90% aller befragten Führungskräfte geben an, dass die Nutzung von KI innerhalb der vergangenen zwei bis drei Jahre ethische Fragen aufgeworfen habe. Zu den Vorkommnissen zählen im Gesundheitswesen etwa das Erheben persönlicher Patientendaten ohne vorherige Zustimmung oder ein übermäßiges Vertrauen in nicht transparente, maschinell getroffene Entscheidungen bei Banken und Versicherungen.

53% der Führungskräfte finden es wichtig sicherzustellen, dass KI-Systeme ethisch und transparent sind. 41% geben in der Studie an, dass sie den Einsatz von ethisch problematischen KI-Systemen wahrscheinlich beenden würden oder dies bereits getan haben. Als wichtigste Gründe für ethische Defizite von KI-Systemen nannten Führungskräfte in Deutschland und weiteren Ländern den Druck zur schnellen Einführung entsprechender Systeme sowie Ressourcenmangel und fehlende Berücksichtigung ethischer Standards bei der Einführung. Für Datenwissenschaftler sind fehlende Richtlinien und Daten die größten Hindernisse, der zeitliche Druck kommt an vierter Stelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Anzeige

Ein alltägliches Gespräch zu verfolgen und genau wiederzugeben ist eine große Herausforderung in der Forschung an künstlicher Intelligenz (KI). Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, mit einem Computersystem die Erkennungsgenauigkeit des Menschen beim Erkennen solcher spontan gesprochener Sprache zu übertreffen.‣ weiterlesen

Anzeige

2,5 Stunden - so lange dauert laut einer aktuellen Bitkom-Studie im Durschnitt ein Besuch bei deutschen Behörden. Die Bürger wünschen sich indes mehr digitale Verwaltungsdienste nutzen zu können, dabei schätzt jedoch jeder Zweite seinen Wohnort als digital rückständig ein.‣ weiterlesen

Das Bewusstsein für ethische Fragestellungen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz ist in Unternehmen und Verwaltungen gestiegen. Dennoch fällt ihre diesjährige Handlungsbilanz gemischt aus, da nur in Teilbereichen Verbesserungen erzielt wurden. Zu diesen und weiteren Erkenntnissen kommt eine Studie von Capgemin für die 2.900 Konsumenten sowie 900 Führungskräfte befragt wurden.‣ weiterlesen

Wie der ‘Digital Transformation Index 2020‘ von Dell Technologies zeigt, haben Unternehmen in Europa ihre Programme zur digitalen Transformation in diesem Jahr entscheidend vorangetrieben.‣ weiterlesen

Exklusiv für Abonnenten

Langsam, aber sicher steigen die Infektionszahlen in Deutschland wieder an – und damit die Sorge produzierender Unternehmen, wie sie Gesundheit und Hygiene in ihrem Betrieb gewährleisten können, ohne dabei einen größeren Personal- oder Produktionsausfall in Kauf nehmen zu müssen. Das Vorhandensein eines Hygienekonzeptes ist der eine, deren Einhaltung und Prüfung der andere wichtige Baustein zur Risikominimierung in Unternehmen.‣ weiterlesen