Bitkom-Studie

Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.

Bild: Bitkom e.V.

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Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) haben im vergangenen Jahr Rechenleistungen aus der Cloud genutzt – 2018 waren es 73 Prozent und im Jahr 2017 erst 66 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von KPMG unter 555 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Demnach planen oder diskutieren weitere 19 Prozent den Cloudeinsatz. Nur 6 Prozent wollen auch künftig auf die Cloud verzichten. „Cloud-Anwendungen haben sich in der gesamten Wirtschaft durchgesetzt. Die Unternehmen haben verstanden, dass Cloudcomputing eine grundlegende Technologie für das Geschäft von morgen ist“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research.

Beitrag zur Digitalisierung

Mehr als drei Viertel der Cloudnutzer (77 Prozent) sehen in deren Einsatz einen großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens. Für die Digitalisierung interner Prozesse sagen dies 69 Prozent und zwei von fünf (38 Prozent) geben an, dass Cloudcomputing einen großen Beitrag für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle leistet.

Wer Cloud-Anwendungen nutzt oder damit plant, macht verschiedene Kriterien bei der Auswahl eines Dienstleisters zur Voraussetzung. Die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung ist dabei am wichtigsten, fast alle Unternehmen (96 Prozent) geben dies an. Für 88 Prozent ist eine transparente Sicherheitsarchitektur eine Grundvoraussetzung, mehr als drei Viertel (77 Prozent) bestehen auf die Möglichkeit, Cloud-Daten verschlüsseln zu können. Auch der Datenspeicherort ist für viele Nutzer und Planer ein wichtiges Thema. Für zwei Drittel (65 Prozent) darf das Rechenzentrum des Anbieters ausschließlich im Rechtsgebiet der EU stehen.

Positive Erfahrungen

Die allermeisten Unternehmen, die eine Public-Cloud einsetzen, machen positive Erfahrungen. Fast acht von zehn (78 Prozent) geben an, dass der mobile Zugriff auf IT-Ressourcen erleichtert wird. Ähnlich viele (77 Prozent) berichten von einer schnelleren Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen. Jeder zweite Public-Cloud-Anwender (50 Prozent) beobachtet eine Zunahme der Datensicherheit und ein Viertel (24 Prozent) konnte seine IT-Kosten senken. Für drei von zehn Anwendern (30 Prozent) hat der IT-Administrationsaufwand durch die Public-Cloud aber auch zugenommen.

Über die Public-Cloud greifen viele Unternehmen auch gezielt auf neue digitale Technologien zu. Fast ein Viertel dieser Anwender (23 Prozent) setzt auf Lösungen für das Internet der Dinge oder Industrie 4.0. Weitere 30 Prozent planen einen solchen Einsatz. Data-Lake-Anwendungen sind bei jedem siebten Public-Cloud-Nutzer (17 Prozent) in Betrieb, acht Prozent geben dies für den Bereich Spracherkennung an. Eher wenige Unternehmen greifen auf KI-Anwendungen aus der Public-Cloud zurück, auf sieben Prozent trifft dies zu und weitere 20 Prozent planen den Einsatz von KI aus der Cloud. Erst zwei Prozent nutzen Blockchain-Lösungen aus der Public-Cloud.

Unternehmen die keine Public-Cloud-Lösungen nutzen, haben vor allem Sicherheitsbedenken. 70 Prozent fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Für 60 Prozent ist die Rechtslage unklar, ähnlich viele (59 Prozent) zweifeln an der Integration einer Public Cloud in bestehende Lösungen. Und zwei von fünf Nichtnutzern (43 Prozent) fehlen die Ressourcen im Personal. Dabei ist die Public-Cloud laut der Befragten weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT im Unternehmen und wird auch zunehmend sicherer. Beispielsweise gibt gut ein Fünftel (22 Prozent) der Nutzer an, dass es in den letzten zwölf Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist.

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