Education-Startups mischen den Weiterbildungsmarkt auf

Hochschul-Bildungs-Report

Der Hochschul-Bildungs-Report von Stifterverband und McKinsey zeigt eine Stagnation beim Thema Weiterbildung und Lehrerbildung. Digitalisierung und Automatisierung erfordern neue Bildungsstrategien. Im Weiterbildungsbereich etablieren sich mittlerweile immer mehr so genannte Education-Startups und Online-Plattformen auf dem Markt, von denen Hochschulen viel lernen können.

(Bild: ©Look!/AdobeStock.com)

Wie aus dem Hochschul-Bildungs-Report des Stifterverbandes und McKinsey hervorgeht, fehlen der deutschen Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren etwa 700.000 Tech-Spezialisten. Zudem hat jeder vierte, Erwerbstätige aus der Wirtschaft (Nach-)Schulungsbedarf in digitalen und nicht-digitalen Schlüsselqualifikationen. In diesen Markt drängen aktuell Education-Startups und Online-Plattformen mit attraktiven Angeboten.

Auf Startups achten

Der Hochschul-Bildungs-Report hat dabei erstmals genauer den Erfolg von Education-Startups untersucht und zeigt die Faktoren auf, die Hochschulen bei ihrer Entwicklung von neuen Weiterbildungsangeboten beachten sollten: Neben Ausbildung und Forschung sollten Hochschulen Weiterbildung als dritte Säule ihrer Aufgaben strategisch weiterentwickeln. Dafür kann sich auch eine verstärkte Kooperation mit Education-Startups als sinnvoll erweisen. Diese punkten vor allem durch eine hohe Anwendungsorientierung und durch innovative Erlösmodelle. Das Lernen ist projektbasiert, individualisiert und praxisnah. Die Erlösmodelle halten die monetäre Hemmschwelle meist niedrig und reichen von Freemium-Modellen (Bezahlen nur für Premium-Inhalte) über Abonnements bis hin zur Bezahlung nach Kurserfolg.

Online-Weiterbildung wird dem Bedarf nicht gerecht

Angesichts der politischen Debatte, digitale Bildungsplattformen zu etablieren, werden im Report verschiedene Plattformszenarien analysiert. Die Autoren kommen dabei zu dem Schluss, dass einzelne private und öffentliche Online-Weiterbildungsangebote – von Unternehmen oder Bundesländern initiiert – den neuen Anforderungen der Arbeitswelt nicht gerecht werden. Vielmehr sollten anschlussfähige Plattformen für digitale Hochschulbildung, die ein Zusammenwirken aller Insellösungen ermöglichen, entwickelt werden. Zudem habe die Politik dafür Sorge zu tragen, dass durch solche Plattformen die einzelnen fragmentierten Bildungsangebote leicht auffindbar und intelligent miteinander vernetzt sind, so die Studienautoren. In diesem Sinne sind nationale Vorhaben auch mit entsprechenden europäischen Initiativen zu verzahnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Roboterdichte im produzierenden Gewerbe hat weltweit mit durchschnittlich 113 Industrie-Robotern pro 10.000 Mitarbeiter einen neuen Rekord erreicht. Das berichtet die International Federation of Robotics.‣ weiterlesen

Anzeige

Europäische Unternehmen, die sowohl ihre Digitalisierung als auch einen nachhaltigen Wandel vorantreiben, haben laut einer Accenture-Studie bessere Chancen, sich schneller von den Folgen der Covid-19-Pandemie zu erholen bzw. sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen.‣ weiterlesen

Anzeige

Der Maschinen- und Anlagenbau zieht eine gemischte Bilanz für das abgelaufene Jahr, so das Ergebnis der 9. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 575 Mitgliedsunternehmen teilnahmen. Vier von fünf Unternehmen schließen das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang ab.‣ weiterlesen

Anzeige

Knapp zwei Drittel der Unternehmen weltweit verfügen bereits über die digitalen Fähigkeiten und Führungskompetenzen, die für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation erforderlich sind. Im Jahr 2018 lag der Anteil in beiden Bereichen noch bei jeweils 36 Prozent. Dies geht aus einer Studie des Capgemini Research Institute hervor. Die größten Fortschritte verzeichnen der Einzelhandel, die Telekommunikations- und die Automobilindustrie.‣ weiterlesen

Exklusiv für Abonnenten

Seit Beginn der Pandemie hat sich das Management von Unternehmen grundlegend gewandelt. Betriebe standen vor der Herausforderung, ihre Transport- und Lagermodalitäten kurzfristig zu ändern. Das Ergebnis: Lieferketten werden stärker denn je unter die Lupe genommen und intensiv geprüft. Die Kernfrage, die sich daraus ergibt: Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Lieferkette für ihr Geschäftsmodell geeignet ist und gleichzeitig eine Gefährdung durch ähnliche Schwachstellen in der Zukunft verhindern?‣ weiterlesen

Pandemien gehören im aktuellen Allianz-Risiko-Barometer zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Die damit einhergehenden Sorgen haben sogar den Klimawandel verdrängt, der in der aktuellen Erhebung den 9. Platz belegt.‣ weiterlesen