IG Metall-Befragung in 2.596 Unternehmen

Betriebsräte bemängeln Investitionen und fehlende Strategien

Jeder zweite Betrieb investiert laut einer Betriebsräte-Befragung der IG Metall zu wenig am Standort. Demnach verfügen rund 48 Prozent der Unternehmen über eine Transformationsstrategie. Zudem sehen die Betriebsräte ein erhöhtes Risiko für Verlagerungen.

 (Bild: ©KPs Photography/stock.adobe.com)

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Unternehmen investieren in Deutschland zu wenig in die Zukunft – dies geht aus einer Umfrage der IG Metall hervor. Demnach investieren nach Angaben der befragten Betriebsräte aus 2.596 Firmen 50 Prozent der Unternehmen zu wenig in die Standorte. In 20 Prozent der Fälle beklagen Betriebsräte sogar ‘deutlich zu wenig’ Investitionen.

Laut Studie steigt das Risiko für Verlagerungen: Statt die gegenwärtigen Herausforderungen aktiv anzugehen, stellen Unternehmen vermehrt Standorte und Beschäftigung in Frage. 31 Prozent der Betriebsräte sehen ein ‘hohes’ oder ‘eher hohes’ Verlagerungsrisiko von Beschäftigung ins Ausland – vier Prozent mehr als bei einer Befragung im Herbst 2023. Im Bereich des Fahrzeugbaus sehen 59 Prozent das Risiko ‘hoch’ oder ‘eher hoch’.

Strategien fehlen

Mit Blick auf die Anforderungen der Energie- und Mobilitätswende sowie der Digitalisierung sehen die Betriebsräte derzeit in 36 Prozent der Betriebe zumindest teilweise einen Anpassungsbedarf des bisherigen Geschäftsfelds. Dabei braucht es eine klare strategische Zukunftsausrichtung der Unternehmen. Doch eine Transformationsstrategie lassen nur 48 Prozent der betroffenen Betriebe erkennen. “Unsere Umfrageergebnisse zeigen Licht und Schatten. Einige Unternehmen stehen sehr robust da, teilweise mit Rekord-Dividenden. Investieren im Inland, muss das Gebot der Stunde lauten. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und Perspektiven”, kommentiert Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall.

Politik gefordert

Auch die jüngsten Haushaltskürzungen der Bundesregierung stehen laut Studienergebnis in Konflikt zu einer angemessenen Planungssicherheit in der Transformation. Jeder siebte Betrieb (14 Prozent) beklagt dadurch negative Auswirkungen auf den Standort, im Handwerk sogar jeder dritte (34 Prozent). Zwar sorgte die Regierung im vergangenen Jahr auch für Entlastungen beim Strompreis für produzierende Unternehmen, jedoch bewertet knapp die Hälfte (47 Prozent) der von den erhöhten Energiepreisen betroffenen Unternehmen diese Maßnahmen als nicht ausreichend. In der Stahlbranche sind es sogar mehr als zwei Drittel der befragten Betriebe (68 Prozent).

Die Betriebsrätebefragung bestätigt zudem eine nochmalige Eintrübung der Konjunktur, die aber schwächer ausfällt als zuvor im Jahresverlauf 2023: Schätzten Betriebsräte im Herbst 2023 zu 54 Prozent die Aussichten in den Betrieben für die nächsten Monate noch gut und sehr gut, sind es jetzt noch 51 Prozent. Zuletzt fiel insbesondere der Konsum als Stütze der Konjunktur aus.

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