Studie zur Cybersicherheit: mehr Handlungsbedarf auf Vorstandsebene nötig

Mehr Security-Ausgaben, aber zu wenig Engagement

Trend Micro hat eine Studie zum Umgang mit Cyberrisiken in Unternehmen veröffentlicht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein niedriges Engagement von IT-Entscheidern und der Vorstandsebene bereits getätigte Investitionen gefährden und Unternehmen einem erhöhten Cyberrisiko aussetzen kann. Dabei äußerten sich über 83 Prozent der befragten IT- und Business-Entscheider aus Deutschland (weltweit über 90 Prozent) besonders besorgt über Ransomware-Angriffe.

(Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)

Trotz der weit verbreiteten Sorge über die zunehmenden Bedrohungen, sprechen laut einer Studie des Security-Spezialisten etwa die Hälfte der befragten deutschen IT-Teams (51 Prozent, weltweit 57 Prozent) mindestens einmal wöchentlich mit der Unternehmensführung über Cyberrisiken. “Früher vergingen Monate oder sogar Jahre, bis Cyberkriminelle eine Schwachstelle für sich entdeckten und ausnutzten”, erklärt Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro und ergänzt: “Heute kann es sich durchaus nur um Stunden oder noch kürzere Zeit handeln.

Mit 51 Prozent der Unternehmen sind sich mittlerweile mehr Führungskräfte denn je ihrer Verantwortung bewusst, kontinuierlich umfassend informiert zu sein.” Das sei ein Schritt in die richtige Richtung und zeige die Bedeutung, die Cybersecurity in Unternehmen einnimmt. “Doch angesichts der sich rasend entwickelnden Cybersicherheitslandschaft fühlen sich Geschäftsführungen damit häufig überfordert. IT-Verantwortliche müssen deshalb verständlich darlegen, wo ein Risiko für das Unternehmen besteht und wie es sich am besten bewältigen lässt”, so Werner.

Investitionen steigen

Laut Studie steigern Unternehmen ihre Investitionen in Cybersecurity. Fast die Hälfte der deutschen Befragten (48 Prozent, weltweit 42 Prozent) gibt an, dass ihr Unternehmen, um das Geschäftsrisiko zu minimieren, die meisten Ausgaben zur Abwehr von Cyberattacken aufwendet. Diese Antwort wird am häufigsten genannt und liegt somit noch vor klassischen Projekten wie der digitalen Transformation (40 Prozent in Deutschland, weltweit 36 Prozent) und der personellen Umstrukturierung (26 Prozent in Deutschland, weltweit 27 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten aus Deutschland (47 Prozent, weltweit 49 Prozent) hat laut Studie erst kürzlich ihre Investitionen erhöht.

Mehr Geld nicht gleich mehr Sicherheit

Jedoch lasse das geringe Engagement der Vorstandsebene in Verbindung mit den gestiegenen Investitionen darauf schließen, dass viele das Problem einfach mit Geld lösen wollen, statt ein echtes Verständnis für die Cybersicherheitsherausforderungen zu entwickeln und dementsprechend zu handeln, so die Studienautoren. Dieser Ansatz könne wirksamere Strategien beeinträchtigen und größere finanzielle Verluste zur Folge haben. Weniger als die Hälfte (42 Prozent) der deutschen Befragten (weltweit 46 Prozent) geben an, dass Begriffe wie ‘Cyberrisiko’ und ‘Cyberrisiko-Management’ in ihrem Unternehmen allgemein bekannt sind.

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