IT- und Datenwissenschaften auf den hinteren Plätzen

Lebenslanges Lernen bisher nur Theorie

65 Prozent der Menschen in Deutschland finden regelmäßige Weiterbildung wichtig bis sehr wichtig, so eine Studie der internationalen Hochschule – weltweit sind es 20 Prozent mehr. Zudem wissen trotz des Interesses an privater Weiterbildung mehr als die Hälfte der Befragten nicht oder nicht genau, welche Kenntnisse sie erwerben wollen.

(Bild: ©NDABCREATIVITY/stock.adobe.com)

Lebenslanges Lernen ist für Menschen in Deutschland ein wichtiger Faktor, doch für viele ist das nur ein theoretisches Konstrukt. Ihnen fehlt die Orientierung, wozu sie sich in eigener Regie weiterbilden wollen. Das ist das Ergebnis der Studie ‘The Future of Upskilling. Erwachsenenbildung im Zeitalter der Digitalisierung’, die die IU Internationale Hochschule (IU) veröffentlicht hat. International sehen 85,6 Prozent der Befragten die eigene Weiterbildung als wichtig bis sehr wichtig an. In Deutschland sind es laut der repräsentativen Umfrage 65 Prozent, aslo 20 Prozentpunkte weniger.

Weiterbilden ja, aber in welche Richtung?

Knapp drei Viertel der Personen, die sich in Deutschland für Weiterbildung interessieren, möchten sich persönlich weiterentwickeln (73,2 Prozent), nur etwa die Hälfte möchte sich im beruflichen Kontext weiterbilden (48,4 Prozent). Die Mehrheit weiß zudem nicht, wozu sie sich weiterbilden soll. 29,3 Prozent der an Weiterbildung Interessierten sind laut Studie unsicher, 26,8 Prozent wissen überhaupt nicht, welche Qualifikationen und Kenntnisse sie erwerben wollen. International haben sich 40,6 Prozent über konkrete Weiterbildungsangebote informiert, in Deutschland nicht einmal jede und jeder Vierte (24,3 Prozent). “Das Konzept des lebenslangen Lernens ist in Deutschland zwar bekannt, aber noch nicht in der Praxis angekommen. Menschen wollen sich weiterentwickeln, vor allem persönlich. Doch im internationalen Vergleich fällt auf: Deutschland braucht Orientierungshilfe beim Thema private Weiterbildung. Wir haben ein großes Potenzial, das wir besser nutzen müssen und können”, sagt Carolin Kreuder, COO Strategic Partnerships & Upskilling an der IU.

IT und Datenwissenschaften auf den hinteren Plätzen

Bei den Inhalten für Weiterbildung landet der Themenbereich Wirtschaft und Management international auf Platz eins (30,6 Prozent). Doch während Kompetenzen für IT (25,1 Prozent) und Datenwissenschaften (21,2 Prozent) international zu den Spitzenthemen gehören, rangieren diese Themen in Deutschland weiter hinten. Für IT wollen sich hierzulande 18,2 Prozent der Befragten weiterbilden, für Datenwissenschaften 10,1 Prozent. “Wer sich für Wirtschaft interessiert, muss auf die digitale Transformation vorbereitet sein. Deutschland hat dazu allerdings im internationalen Vergleich erheblichen Nachholbedarf. Wenngleich weltweit Wirtschaft und Management das Topthema für Weiterbildungsangebote ist, hinkt Deutschland in den Themen IT & Softwareentwicklung sowie Data Science & Künstliche Intelligenz deutlich hinterher. Meine Prognose: Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen will, muss sich dies deutlich verändern”, sagt Prof. Dr. Kurt Jeschke, Akademischer Direktor Corporate Upskilling an der IU. Für die Studie befragte die Internationale Hochschule 1.500 Menschen zwischen 26 und 55 Jahren in Deutschland. International wurden 2.000 Personen im gleichen Alter und je gleichmäßig verteilt in Brasilien, Frankreich, Indien, Italien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Polen, Spanien und Südafrika befragt.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch im zweiten Jahr der Pandemie kommt die Digitalisierung des deutschen Mittelstands voran, so die Ergebnisse der Telekom-Studie ’Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022‘: Der Digitalisierungsgrad der befragten mittelständischen Unternehmen stieg 2021 insgesamt auf einen Schnitt von 59 von 100 Punkten (+1 Punkt). Im Branchenvergleich sind Logistik und Industrie weiterhin führend.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Mehrheit der Deutschen ist unzufrieden mit der digitalen Transformation. Handlungsbedarf sehen die Befragten im digitalpolitischen Barometer des Verbands der der Internetwirtschaft vor allem bei digitaler Verwaltung, Cybersicherheit und digitaler Infrastruktur.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Mehrheit der Deutschen ist unzufrieden mit der digitalen Transformation. Handlungsbedarf sehen die Befragten im digitalpolitischen Barometer des Verbands der Internetwirtschaft vor allem bei digitaler Verwaltung, Cybersicherheit und digitaler Infrastruktur. ‣ weiterlesen

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung ist laut D21-Digital-Index online. Und auch insgesamt hat der Digitalisierungsgrad zugelegt. Die Mehrheit der Studienteilnehmer glaubt, dass digitale Kompetenzen essenziell sind, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Jedoch verspürt ein knappes Druck, mit der Digitalisierung mithalten zu müssen.‣ weiterlesen

Technologien können die Welt verbessern und beispielsweise bei der Bewältigung des Klimawandels helfen. Das geht aus dem Bosch Tech Compass hervor.‣ weiterlesen

Eine Studie des Engineering-, Technologie- und Beratungsdienstleisters Expleo zeigt die allgemeine Haltung von Geschäfts- und IT-Führungskräften gegenüber Transformationsprogrammen. Demnach sehen 54 Prozent der deutschen Unternehmer einen mutigeren Ansatz für digitale Technologien als Erfolgsgarant.‣ weiterlesen