Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden

Die vollautomatisierte
Wafer-Fertigung

Im neuen Bosch-Werk in Dresden werden seit Ende Januar erste Wafer in einer vollautomatisierten Fertigung produziert. Dafür sind mehrere 100 Arbeitsschritte notwendig. Rund 700 Mitarbeiter sollen in der Fertigung arbeiten – zur Steuerung und Überwachung der Produktion sowie zum Warten der Maschinen.

(Bild: Robert Bosch GmbH)

Im neuen Bosch Halbleiterwerk in Dresden durchlaufen erstmals Silizium-Wafer vollautomatisiert die Fertigung. Dies gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg zum Produktionsstart, den das Unternehmen für Ende 2021 plant, so Bosch. In der komplett digitalisierten und hochvernetzten Halbleiterfabrik sollen künftig vor allem Mikrochips für Autos gebaut werden. Das Unternehmen betreibt bereits ein Halbleiterwerk in Reutlingen bei Stuttgart. In die neue Waferfab bei Dresden wurde rund eine Milliarde Euro investiert. Diese zählt nach Unternehmensangaben zu den modernsten Chipfabriken der Welt. Die offizielle Eröffnung ist für Juni diesen Jahres geplant.

250 automatisierte Schritte

Seit Ende Januar 2021 durchlaufen in Dresden erste Wafer die Fertigung. Daraus werden Leistungshalbleiter gefertigt, die später beispielsweise in Gleichspannungs-Wandlern in Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen. Sechs Wochen sind die Wafer dafür in der Fertigung unterwegs und passieren vollautomatisiert rund 250 einzelne Arbeitsschritte. Dabei werden auf die Wafer winzige Strukturen mit der Tiefe und Breite von Bruchteilen eines Mikrometers aufgebracht. Die so hergestellten Mikrochip-Prototypen können nun zum ersten Mal in elektronischen Komponenten eingesetzt und getestet werden. Ab März startet Bosch mit den ersten Fertigungsdurchläufen von hochkomplexen integrierten Schaltungen. Dann durchlaufen die Wafer auf dem Weg zum fertigen Halbleiterchip in mehr als zehn Wochen rund 700 Prozessschritte. Bosch setzt mit seinem Neubau in Dresden auf die Technologie mit 300-mm-Durchmesser. Auf einen einzelnen Wafer passen somit rund 31.000 einzelne Chips. Im Vergleich zur etablierten Fertigung mit kleineren 150- und 200-mm-Wafern werden so höhere Skaleneffekte erzielt. Die Vollautomatisierung der Fertigung sowie der Datenaustausch in Echtzeit zwischen den Maschinen macht die Chip-Produktion in Dresden zudem besonders effizient, so das Unternehmen.

Baubeginn 2018

Den Bau seiner Halbleiterfabrik auf dem rund 100.000m² großen Grundstück begann im Juni 2018. Ende 2019 war die Außenhülle des Werks mit seiner Gesamtnutzfläche von fast 72.000m² fertiggestellt. In der Endausbauphase sollen in der Fertigung bis zu 700 Mitarbeiter arbeiten. Sie steuern und überwachen die Produktion und warten die Maschinen. mst/Robert Bosch GmbH

Das könnte Sie auch interessieren

Unternehmen stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Das Konzept des linearen Wirtschaftens wird immer stärker in Frage gestellt. Gleichzeitig herrscht ein hoher Digitalisierungs- und Innovationsdruck. Unternehmen müssen also ressourcen- und kostenschonend wirtschaften, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. In vielen Unternehmen gebe es laut einer Studie des Leasingunternehmens CHG-Meridian zwar bereits eine Nachhaltigkeitsstrategie, aber Potenziale bestimmter Maßnahmen würden nicht erkannt.‣ weiterlesen

Der D21-Digital-Index erhebt jährlich, wie digital die deutsche Gesellschaft ist und wie resilient sie für die Zukunft aufgestellt ist. Deutlich wird auch in diesem Jahr: Der Großteil der Menschen in Deutschland hat an der digitalen Welt teil und kann ihre Möglichkeiten selbstbestimmt für sich nutzen. Der Index-Wert liegt bei 58 von 100 Punkten (+1 zum Vorjahr).‣ weiterlesen

Auch künstliche Intelligenz verbraucht Ressourcen. Forschende des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, AlgorithmWatch und des DAI-Labors der TU Berlin fordern daher, die Nachhaltigkeitsauswirkungen von KI über den gesamten Lebenszyklus hinweg stärker in den Blick zu nehmen.
‣ weiterlesen

Der D21-Digital-Index erhebt, wie digital die deutsche Gesellschaft ist und wie resilient sie für die Zukunft aufgestellt ist. Auch in diesem Jahr zeigt sich: Der Großteil der Menschen in Deutschland nimmt an der digitalen Welt teil und kann ihre Möglichkeiten selbstbestimmt für sich nutzen. Der Indexwert steigt um einen Punkt auf 58 von 100 Punkten. ‣ weiterlesen

Delinea, ein Anbieter für Privileged Access Management (PAM), beobachtet einen Strategiewechsel bei Cyberkriminellen. Anstatt ein Unternehmen mit Ransomware lahmzulegen und als Geisel zu nehmen, werden sensible Daten heimlich exfiltriert. Cyberkriminelle drohen dann häufig damit, die Daten an den Meistbietenden zu verkaufen oder sie zu nutzen, um eine Cyberversicherungszahlung zu erhalten.‣ weiterlesen

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Anwender KI-Anbietern vertrauen können und deren KI-Lösung nutzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes ‘TrustKI’, das Anfang 2023 am Institut für Internet-Sicherheit – if(is) der Westfälischen Hochschule gestartet ist. Erste Antworten liefert eine kürzlich ­abgeschlossene Anwender-Studie.‣ weiterlesen

Gemeinsam mit dem Institute of Technology Management der University of St.Gallen hat das WZL den?Status quo von Datenanalysen in der produzierenden Industrie untersucht. Die Autoren betonen die wachsende Bedeutung für die Industrie, aber auch den weiteren Forschungsbedarf.‣ weiterlesen

Ein neues Fabriklayout sollte im finnischen Industrieunternehmen Hydroline für optimierte Arbeitsabläufe sorgen. Doch eine zweidimensionale Planung am Bildschirm wurde diesem Vorhaben nicht gerecht. Per VR-Simulation gelang es dem Fertiger, die Planung immersiv zu gestalten und auch Designfehler zu entdecken, die am Bildschirm vielleicht unbemerkt geblieben wären.‣ weiterlesen

Von der Kostensenkung bis hin zu neuen Geschäftsmodellen: In der Analyse von Daten steckt viel Potenzial. Dennoch zögern Unternehmen oft. Zu groß erscheinen beispielsweise technische Einstiegshürden. Wie Unternehmen eine Basis-Datenstrategie schaffen, beschreibt dieser Beitrag.‣ weiterlesen

Automatisierte Lagersysteme sind eines der Steckenpferde des Automatisierungsspezialisten Lenze. Zusammen mit dem Fraunhofer IEM entwickelte die Firma jetzt einen KI-basierten Wartungsassistenten für ihre Hochregallager. So vermeidet das Unternehmen ungeplante Stillstände und spart Zeit und Kosten. Künftig sollen auch Kunden dieses System für ihre Intralogistik erwerben können. Gefördert wurde die Zusammenarbeit der Lenze-Tochter Encoway mit dem Fraunhofer IEM im It's OWL-Projekt Easy.‣ weiterlesen

Für das aktuelle Allianz Risk Barometer wurden 3000 Risikoexperten befragt. Das ­Ergebnis: Als größte Risiken nennen die Teilnehmer Datenpannen, Angriffe auf kritische Infrastruktur oder Vermögenswerte und vermehrte Ransomware-Attacken. Anders als weltweit schafft es der Fachkräftemangel in Deutschland auf Platz 4.‣ weiterlesen