Starke Innovationen, aber Schwächen bei der Digitalisierung

Deutschland gehört zu den innovationsstärksten Ländern der Welt und rückt auf Platz vier vor. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsindikator 2017, der im Auftrag von Acatech und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die Innovationsstärke von 35 Volkswirtschaften untersucht. Die Bundesrepublik liegt demnach deutlich hinter Spitzenreiter Schweiz sowie Singapur und Belgien. Sie kann sich nicht von den USA, Großbritannien und Südkorea abheben. Im erstmals erhobenen Digitalisierungs-Indikator liegt Deutschland wiederum deutlich hinter anderen Industrienationen auf Rang 17. Die Studie wurde vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt.

 (Bild: acatech - Dt. Akademie der)

(Bild: Acatech – Dt. Akademie der Technikwissenschaften)

Das deutsche Innovationssystem zeige sich ausgewogen, erreiche jedoch in keinem der untersuchten Teilbereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft eine internationale Top-Platzierung. Am besten schneidet Deutschland im Bereich Wirtschaft mit Rang sieben ab, am schlechtesten im Bereich Gesellschaft mit Platz 13. „Deutschland muss im Innovationswettbewerb deutlich zulegen“, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf. „Die Politik muss Investitionen in Innovationen vorantreiben und zügig die steuerliche Forschungsförderung einführen, die es fast überall in Europa bereits gibt.“

Breitbandausbau vorantreiben

Was die Digitalisierung angeht so sieht der erstmals erhobene Digitalisierungs-Indikator Deuitschland lediglich im Mittelmaß — trotz Führungsrolle in der Industrie 4.0. Deutschland liegt darin deutlich hinter anderen Industrienationen auf Rang 17. Gerade die USA liegen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Staat vor Deutschland. Pluspunkt aus deutscher Sicht ist die Gesellschaft – dank eines hohen Nutzungsgrads digitaler Technologie. Zurück liegt Deutschland laut Erhebung vor allem bei Forschung und Technologie, Bildung und Infrastruktur. „Mit Industrie 4.0, Smart-Services und lernenden Systemen haben wir in Deutschland gute Konzepte für die digitale Transformation“, sagt Acatech-Präsident Henning Kagermann.

Gut ausgebildete Fachkräfte

Gut ausgebildete Fachkräfte, innovative Unternehmen und vergleichsweise viele Patentanmeldungen je Einwohner gehören zu den Stärken Deutschlands. Stärken des Bildungssystems seien die gute berufliche Ausbildung sowie ein hoher Akademiker-Anteil mit Spitzenqualifikationen. Der Beschäftigungsanteil in wissensintensiven Dienstleistungen und der Anteil von Wagniskapitalinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt seien allerdings rückläufig.

Das könnte Sie auch interessieren

Nahezu 40 Prozent der Entscheider in Deutschlands Unternehmen zweifeln daran, dass die bisherigen Wettbewerbsvorteile auch in drei Jahren noch Bestand haben werden. Besonders das Fehlen passender Mitarbeiter wird zur Belastung, wenn es darum geht, sich erfolgreich am Markt zu behaupten. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Civey im Auftrag von Sopra Steria.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie gaben im August um 7,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,4Mrd.€ nach.‣ weiterlesen

Anzeige

Das Schlimmste der Covid19-Krise scheint wirtschaftlich überstanden, und dem historisch tiefen Konjunkturtal folgt momentan ein Anstieg. Dies ist das Ergebnis des CFO Survey von Deloitte. Dieser zeigt, so die Studienautoren, dass der Aufschwung tatsächlich in vollem Gange und die Stimmungslage der CFOs überraschend optimistisch ist.‣ weiterlesen

Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung gehen laut aktueller ZEW-Zahlen im Oktober zurück. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich jedoch erneut verbessert.‣ weiterlesen

2,5 Stunden - so lange dauert laut einer aktuellen Bitkom-Studie im Durschnitt ein Besuch bei deutschen Behörden. Die Bürger wünschen sich indes mehr digitale Verwaltungsdienste nutzen zu können, dabei schätzt jedoch jeder Zweite seinen Wohnort als digital rückständig ein.‣ weiterlesen

Die Beschäftigtensituation im Maschinen- und Anlagenbau bleibt weiter angespannt. Im August ging die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um weitere 2.165 auf 1,025 Millionen zurück. Damit sind fast 41.000 Personen weniger im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt (minus 3,8 Prozent) als im August des Vorjahres.‣ weiterlesen