Autonome Sensoren für die intelligente Fabrik

Exklusiv für Abonnenten

Programmierbarkeit

Eine weitere Anforderung ist die Programmierbarkeit. Wie bei einem Smartphone, auf das eine App heruntergeladen werden kann, sollten IIoT-Sensoren in der Lage sein, mehrere Anwendungen auszuführen – bestenfalls änderbar aus der Ferne. Zudem kann es wichtig sein, den Sensorbetrieb auf der Grundlage von Änderungen in der Produktionslinie aktualisieren zu können. Auch gilt es, den Netzwerkverkehr und den Cloud-Speicherbedarf zu reduzieren und auch ein entsprechendes Maß an Datensicherheit und Echtzeitperformance aufrechtzuerhalten. Ein Beispiel wäre, eine bestimmte Gruppe von Sensoren in der Fabrik die Aufgabe zuzuweisen, nach einem potenziellen Vibrationsmuster zu suchen, das durch eine gerade installierte neue Maschine verursacht wird. So lässt sich erkennen, ob diese Maschine Auswirkungen auf andere Maschinen oder Prozesse in der Fabrik hat.

Das Brownfield-Problem

Der Einsatz entsprechender Sensoren ermöglicht eine einfache und kostengünstige Integration auf alten und bestehenden Maschinen. “Die wirkliche Chance liegt darin, an bestehenden älteren Maschinen moderne Sensoren mit minimalem Integrations- und Kostenaufwand einzusetzen”, sagte Mark Martin als Vice President, Industrial Automation, Energy and Sensors bei Analog Devices, mittlerweile Managing Director bei Forward Pivot. Diese Herausforderung ist auch bekannt als Brownfield-Problem. Da Maschinen oft erst nach vielen jahren ersetzt werden, entfällt der Großteil des Marktes bei der IIoT-Aufrüstung auf den Brownfield-Pool. Diese Maschinen bilden das Herzstück vieler Fertigungsunternehmen. Ausfallzeiten und Störungen können enorme Kosten verursachen. Zusätzliche Sensoren sollen dem entgegenwirken, doch das Aufrüsten der Maschinen kann kostspielig sein, beispielsweise durch die Stillstandzeit während der Installation. Spezielle Zertifizierungsanforderungen wie beispielsweise in der Öl- und Gasindustrie und der Bedarf an berührungslosen Sensoren erschweren die Aufrüstung zusätzlich. Darüber hinaus können in einigen Fällen Sensoren aufgrund technischer Probleme nicht an der Maschine angebracht werden, z.B. bei Maschinen mit hohen Temperaturen, da diese die Sensoren beschädigen können, oder bei beweglichen und rotierenden Elementen, an denen Sensoren nicht angebracht werden können.

Autonome Lasersensoren

Ähnlich wie bei LIDAR (Light Imaging, Detection and Ranging) zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung im Automobilen oder bei Gesichtserkennungssensoren in Smartphones kommen Lasersensoren häufig in der Industrie zum Einsatz. Lasersensoren liegen beispielsweise im Trend bei der berührungslosen Erfassung von Form und Bewegung sowie von Vibrationen, was den Goldstandard für die Überwachung des Maschinenzustands darstellt. Dies gilt insbesondere für autonome Sensoren, die drahtlos, programmierbar, mit integrierter Datenverarbeitung ausgestattet und berührungslos sind. Ähnlich wie Smartphones bieten sie Endanwendern ein flexibles, intelligentes Gerät. Das israelische unternehmen VocalZoom verwendet dabei eine Lasertechnologie namens SMLD (Self-mixing Laser Diode). SMLD ist ein Halbleitersensor, der ohne Optik auskommt. VocalZoom hat bereits entsprechende Produkte auf den Markt gebracht und arbeitet mit Unternehmen aus der Automobil-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Halbleiterindustrie und anderen Branchen zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Was mit Produkten wie Siri oder Alexa für das eigene Zuhause bereits im Alltag angekommen ist, könnte auch in Produktionsumgebungen Mehrwerte schaffen - die Sprachsteuerung von Maschinen. Der Embedded-KI-Spezialist Aitad zeigt die Möglichkeiten auf.‣ weiterlesen

Die SPS wird im nächsten Jahr (2025) vom 25. bis zum 27. November in Nürnberg stattfinden und somit wieder auf den seit vielen Jahren bekannten Zeitraum zurückkehren.‣ weiterlesen

Laut aktuellem Lagebild Cyberkriminalität sind Taten aus dem Ausland erneut gestiegen während solche aus dem Inland leicht rückläufig waren. Mehr als 800 Unternehmen haben 2023 einen Ransomwareangriff angezeigt, wobei von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen wird.‣ weiterlesen

Anfang Mai fand die offizielle Eröffnungsfeier des AAS Dataspace for Everybody statt. Die Plattform soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Datenräumen, digitalen Zwillingen und Verwaltungsschalen erleichtern.‣ weiterlesen

3 Prozent der großen Industrieunternehmen setzen GenAI bereits großflächig ein, und rund ein Viertel hat erste Pilotprojekte gestartet. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey kann die Mehrheit der Unternehmen den Mehrwert der Technologie für den Unternehmenserfolg bislang aber noch nicht beziffern.‣ weiterlesen

Die Industrie arbeitet daran, die Barrieren zwischen IT und OT abzubauen. So können Unternehmen ihre Produktion effizienter und innovativer gestalten und im immer härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen. Francis Chow von Red Hat erklärt, welche Rolle Open-Source-Technologien dabei spielen.‣ weiterlesen

Für dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit müssen deutsche Hersteller angesichts weiterhin drohender Rezession und hoher Energiekosten die nächste Stufe der Digitalisierung erreichen. Die Mehrheit der Unternehmen bereitet sich in diesem Zug auf Smart Manufacturing vor, wie eine von Statista durchgeführte und Avanade beauftragte Studie zeigt.‣ weiterlesen

Ein Bericht von ABI Research und Palo Alto Networks über den Stand der OT-Sicherheit zeigt, dass im vergangenen Jahr eines von vier Industrieunternehmen seinen Betrieb aufgrund eines Cyberangriffs vorübergehend stilllegen musste. Die Komplexität beim Einsatz von OT-Sicherheitslösungen stellt für die Befragten das größte Hindernis dar.‣ weiterlesen

Eine Umfrage von Hewlett Packard Enterprise (HPE) unter 400 Führungskräften in Industrie-Unternehmen in Deutschland zeigt, dass zwei Drittel der Befragten den Data Act als Chance wahrnehmen. Der Data Act stieß unter anderem bei Branchenverbänden auf Kritik.‣ weiterlesen

Carbon Management-Technologien stehen im Fokus, um CO2-Emissionen zu reduzieren und zu managen. Die Rolle des Maschinenbaus und mögliche Entwicklungspfade betrachtet eine neue Studie des VDMA Competence Center Future Business.‣ weiterlesen

Deutsche Unternehmen nehmen eine zunehmende Bedrohung durch Cyber-Angriffe wahr. Das zeigt eine aktuelle Umfrage vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von 1&1 Versatel, an der mehr als 1.000 Unternehmensentscheider teilnahmen.‣ weiterlesen