IDC-Studie zu Enterprise Networking

Was Netzwerken oft fehlt

Vernetzung ist ein kritisches Element, um die eigene Resilienz und Business Continuity zu fördern, perspektivisch gesehen bildet sie die Basis für Geschäftsmodelle, die auf Konnektivität basieren. Die Realisierung dieser Vorteile verläuft laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC aber noch schleppend.

(Bild: ©Funtap/stock.adobe.com)

3 von 10 der Befragten schätzen die IT-Vernetzung des eigenen Unternehmens als mangelhaft ein – Legacy-lastig, kaum Integration, viele Silos. Zwei Drittel der Befragten sehen große oder sogar sehr große Herausforderungen in der Realisierung von Business-Projekten, die von Konnektivität abhängen. Network Security wird offenbar inzwischen ernst genommen: Drei Viertel der Unternehmen haben Ansätze wie ZTNA und SASE bereits umgesetzt oder es innerhalb der kommenden 12 Monate vor. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine IDC-Studie für die branchenübergreifend 150 Organisationen mit mehr als 250 Beschäftigten zum Thema Enterprise Networking befragt wurden.

Der Gesamteindruck der Studienergebnisse sei durchwachsen, so die IDC-Analysten: Die Mehrheit der Befragten offenbart Schwächen in der Vernetzung der eigenen Systeme, aber auch in der Vernetzung mit Partnern und Kunden. Obwohl eine vorherige Studie größere Fortschritte erwarten ließ, konnten viele der befragten Unternehmen ihren selbst gesteckten Zielen nicht gerecht werden. Das ist, neben der wirtschaftlichen Lage, auch unternehmensinternen Schwächen geschuldet. Vor allem Komplexität und mangelnde Technologieadaption gehören zu den Ursachen.

Oft nur minimale Vernetzung

Für die allgemeine Vernetzung über die gesamte IT-Landschaft hinweg geben 30 Prozent der Befragten mit ‘minimale Vernetzung’ die geringste Ausprägung auf einer fünfstufigen Reifeskala an. Diese definiert sich durch einen nahezu ausschließlichen Legacy-Betrieb, minimale Integration und maximale Isolation von Geschäftsprozessen und Daten. Weitere 21 Prozent befinden sich auf der zweitniedrigsten Stufe ‘begrenzte Vernetzung’, bei der neue Technologien eingestreut werden und Integrationen zwischen verwandten Systemen existieren.

23 Prozent befinden sich auf den hohen Niveaus ‘proaktiver’ und ‘umfassender’ Vernetzung, die sich durch starke Cloud-Adaption und zentrale, einheitliche Datenmodelle auszeichnen und im Optimalfall auch bereit für den Einsatz von KI/ML für Geschäftsentscheidungen sind. Folglich sagen auch insgesamt 67 Prozent aus, dass für sie die Realisierung von Business-Projekten, die von Konnektivität abhängen, eine große oder sogar sehr große Herausforderung ist. Allerdings sind sich viele Unternehmen dieser Defizite offensichtlich bewusst. So sehen sich in 24 Monaten stolze 42 Prozent auf den beiden höchsten Reifestufen.

Die Herausforderungen

Die Komplexität heutiger Netzwerkumgebungen offenbart sich in den aktuellen Herausforderungen für 2022 und 2023. Diese sind sehr technologisch dominiert. Unter den Top 3 befinden sich Cloud-/Multi-Cloud-Migration und -Konnektivität (28 Prozent), die Einbindung neuer Zugangs- und Netzwerktechnologien (27 Prozent) sowie die Konnektivität zwischen Niederlassungen (22 Prozent). Auch die Umsetzung stärker visualisierter, skalierbarer und anpassungsfähiger Netzwerke (19 Prozent) sowie dementsprechend auch flexiblerer Nutzungsmodelle (21 Prozent), die mit der Cloud-Adaption schritthalten, sind häufig genannte Themen.

Konnektivität verbessern

In ihren Bestrebungen, die Konnektivität zu verbessern, sind aus Sicht der Befragten die wichtigsten IT-Technologie-Investitionsbereiche aktuell 5G (32 Prozent), Cloud/Multi Cloud (29 Prozent) und Big Data/Analytics/AI/ML (29 Prozent), dicht gefolgt von SDN-Technologien (Software-defined Networking) und Network Security. Konkrete Netzwerk-Investitionen finden laut Studie vor allem bei cloudbasierten Netzwerklösungen, beispielsweise Interconnect und Network-as-a-Service (NaaS) statt. Bei NaaS liegen die Vorteile für jeweils ein Viertel der Befragten insbesondere bei der höheren Ausfallsicherheit und besseren Reaktion auf Störungen sowie der Förderung geschäftlicher Innovationen durch mehr Netzwerkflexibilität. Bei Interconnect-Lösungen werden u.a. die Ermöglichung einer End-to-End-Sicherheit (25 Prozent) und die bessere Verbindungsperformance (22 Prozent) als Vorteile genannt. Die sich verändernden IT-Umgebungen und insbesondere das Verschwinden eines klaren Perimeters erfordern wesentliche Maßnahmen bei der Network Security. Aus der Perspektive von IDC ist es erfreulich, dass Security-Ansätze wie ZTNA, SASE und SDP schon von 11 Prozent der Organisationen umgesetzt wurden, 38 Prozent sie aktuell umsetzen und 26 Prozent sie innerhalb der kommenden 12 Monate umsetzen wollen.

 

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