Unternehmen verpassen ihr
Digitalisierungsziel

Bislang erreichen nur etwa fünf Prozent aller Unternehmen weltweit ihre digitalen Ziele. Digitale Vorreiter wachsen dabei rund 50 Prozent schneller als der Wettbewerb. Dies zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Bain & Company.

 (Bild: Bain & Company Germany)

(Bild: Bain & Company Germany)

Ob Internet der Dinge (IoT), Advanced Analytics oder Künstliche Intelligenz: Die Ansätze beim Thema Digitalisierung sind zahlreich. Doch bislang erreichen nur rund fünf Prozent aller Unternehmen weltweit auch tatsächlich ihre Ziele. Das geht aus der Studie ‚Von der Vision zur Transformation: Digitalisierung ist Chefsache‘ der Managementberatung Bain & Company hervor. Die zu langsame Umsetzung von Digitalisierungsprojekten ist dabei nur ein Grund. Häufig finden in Unternehmen einzelne Leuchtturmprojekte statt, eine systematische, ganzheitliche Digitalstrategie fehlt jedoch. „Industrieunternehmen sollten zwei bis fünf Prozent ihres Umsatzes in die Digitalisierung investieren“, sagt Bain-Partner Dr. Jörg Gnamm.

Digitalisierung für das ganze Unternehmen

Die Geschäftsmodelle von Industrieunternehmen werden auf sämtlichen Ebenen erschüttert. Durch digitales Direktmarketing und soziale Medien ergeben sich beispielsweise neue Kontaktmöglichkeiten und Angebotsformen, aber auch Servicealternativen. Der Kundenkontakt gestaltet sich dadurch nicht nur einfacher und kostengünstiger, sondern auch individueller. Produkte selbst werden ebenfalls zunehmend digital, während gegenwärtige Haupteinnahmequellen unter Druck geraten. Neue Chancen eröffnen unter anderem Advanced Analytics. So kann etwa der Hersteller eines vernetzten Kühlschranks nach Zustimmung des Käufers zahlreiche Informationen über den jeweiligen Haushalt, in dem das Gerät steht, erhalten. Mit diesen Erkenntnissen können Produkte verbessert, intelligente Stromnutzungskonzepte entwickelt oder die Daten gemeinsam mit Lebensmittelhändlern analysiert werden. „An digitalen Initiativen mangelt es in den meisten Unternehmen nicht“, stellt Bain-Partner Michael Schertler fest. Allerdings seien die Aktivitäten oft in Einzelprojekte zersplittert. Digitalisierung erstreckt sich jedoch über sämtlich Prozesse des Unternehmens. „Die Unternehmen müssen sich der Herausforderung Digitalisierung als Ganzes stellen“, so Schertler. „Damit obliegt der gesamten Führungsspitze rund um den CEO die zentrale Verantwortung für die digitale Transformation.“ Der Chief Digital Officer (CDO) ist dabei für die digitale Strategie und ihre Kommunikation zuständig, für die konkrete Planung und Budgetierung sowie für Methodik und Ressourcen. „In vielen Unternehmen droht der CDO mit seinem Team allerdings am Silodenken innerhalb der Organisation zu scheitern“, betont Schertler. „Denn vielerorts wird immer noch versucht, digitale Innovationen mit klassischen Konzernmethoden zum Erfolg zu führen.“

 

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