Wie der Markteintritt gelingen kann

Smarte Geschäftsmodelle

Mit zunehmender Digitalisierung rückt die Nutzung von Daten zur Etablierung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle weiter in den Fokus. Smart Services versprechen maximale Kundenorientierung, automatisierte, sich kontinuierlich optimierende Prozesse und eine insgesamt höhere Produktivität.

(Bild: © Sergey-Nivens/AdobeStock.com)

KVD-Vorstand und FIR-Geschäftsführer Volker Stich stellt in seinem Vorstandseinwurf zur aktuellen Ausgabe des KVD-Fachmagazins Servicetoday die These auf, dass jene Unternehmen, die Kundenbedürfnisse frühzeitig erkennen und in eigene Geschäftsmodelle überführen, langfristig erfolgreich sein werden. Die Geschwindigkeit, mit der aus verfügbaren Daten nutzerzentrierte Services lanciert werden, ist zu einem erfolgsbestimmenden Kriterium geworden: “Erfolgreiche Unternehmen entwickeln digitale Dienstleistungen bis zu achtmal schneller und erzielen ein bis zu 80 Prozent höheres Gewinnwachstum, als die weniger erfolgreichen Marktakteure”, Stich, im KVD-Vorstand verantwortlich für das Ressort ‘Relations & Standards’. Wie erreichen diese Gewinner ihre hohe Beweglichkeit? “An erster Stelle steht das Umdenken”, sagt er. “Bisherige Geschäftsmodelle müssen hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit überprüft und traditionelle Geschäftsbeziehungen hinterfragt werden. Querdenken ist gefordert, denn die traditionellen Wertschöpfungs- und Beziehungsketten lösen sich mit zunehmender Digitalisierung auf.” Vernetzung und Globalisierung würden auch bisher branchenfremde Marktteilnehmer auf den Plan rufen. Ihr Potenzial müsse frühzeitig erkannt und in die Entwicklungs- und Vermarktungsstrategie einbezogen werden.

Nutzen durch historische Daten

Auf Basis historischer und aktueller Daten entwickelte Smart Services stiften seiner Ansicht nach großen Nutzen, sowohl für die Optimierung betrieblicher Prozesse, als auch für die langfristige Kundenbindung: “Echten Mehrwert generieren nur diejenigen Unternehmen, die aus der Vielzahl der erhobenen Daten die richtigen Informationen zur richtigen Zeit selektieren, die Abhängigkeiten physischer und digitaler Produkte bzw. Leistungen untereinander erkennen, kurzzyklisch abstimmen und mit Blick auf aktuelle Kundenanforderungen fortlaufend anpassen.” Die durchgehende Auswertung von Kundeninformationen vermindere das Risiko von Fehleinschätzungen und Unsicherheiten hinsichtlich der Tragfähigkeit neu entwickelter Services. Der vom FIR e.V. an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit Industriepartnern entwickelte ‘Smart-Service-Engineering-Zyklus’ beschleunige die Entwicklung und Etablierung von Smart Services durch eine systematische Vorgehensweise.

Der Zyklus berücksichtigt alle Phasen der Bereitstellung individueller, kundenzentrierter Serviceportfolios: von der Ideengenerierung über die Konzeptgestaltung und Umsetzung bis hin zur Markteinführung und Professionalisierung. Teils rasante Umbrüche auf Dienstleistungsmärkten und steigender Wettbewerbsdruck zwingen Unternehmen dazu, ihr Serviceportfolio permanent und lösungsorientiert weiterzuentwickeln, wollen sie langfristig erfolgreich agieren. Die Komplexität von Smart Services hält immer noch viele Unternehmen davon ab, das Thema proaktiv in Angriff zu nehmen. Der Smart-Service Engineering-Zyklus soll gerade diesen Unternehmen Hilfestellung und Sicherheit bei der Entwicklung ihrer zukünftigen digitalen Geschäftsmodelle geben, um ihr weiteres Wachstum nachhaltig zu sichern.

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