Der Weg zu einheitlichen Netzwerkarchitekturen

Mit TSN Großes wagen

Kontinuierliche Entwicklungen und zukunftsweisende Technologien treiben den Fortschritt der industriellen Kommunikation voran. Zu den Schlüsseltechnologien zählt Time-Sensitive Networking (TSN). John Browett, General Manager der CC-Link Partner Association (CLPA), erläutert, wie TSN die Voraussetzungen für den nächsten Schritt im digitalen Zeitalter schafft.

Bild: ©metamorworks/istockphoto.com

Noch nie standen der Steuerungstechnik weltweit so viele Tools für die Konstruktion von nahtlos verlinkter Anlagentechnik zur Verfügung – und mit TSN geht hier in Zukunft noch viel mehr. TSN ergänzt das industrielle Standard-Ethernet und bietet eine äußerst präzise Synchronisierung, Priorisierung und Vorhersagbarkeit der Datenströme. Hierdurch ist diese Technologie in der Lage, mehrere Datenströme mit unterschiedlicher Priorisierung über ein und dieselbe Netzwerkinfrastruktur zu transportieren. Somit lassen sich Daten und Informationen umfassender für eine ganzheitliche Business Intelligence (BI) nutzen. Durch eine vereinfachte Netzwerkarchitektur und den dadurch geringeren Verkabelungsaufwand werden außerdem die Investitionsausgaben und Betriebskosten verringert.

Wegbereiter für Connected Industries

Wir können daher mit Gewissheit sagen, dass TSN den ersten, entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einheitlichen und vollständigen Netzwerkarchitekturen für jegliche Art von Automatisierung darstellt. Mehr noch: Das Potenzial der Konvergenz von TSN bringt weitere Zukunftstechnologien der industriellen Kommunikation in erreichbare Nähe, sogar über die Möglichkeiten des Ethernets hinaus. Diese sind Wegbereiter für die ‘Connected Industries’ der Zukunft und die weitere Entwicklung smarter, flexibler und proaktiver Lieferketten mit erheblichem Informationsgewinn aller Teilnehmer bis hin zum Endverbraucher.

Kabel-Multitasking

Mit Sicherheit werden immer weniger Kabel für die produktions- oder gar unternehmensweiten Netzwerke benötigt, bis sie am Ende vielleicht sogar von kabelloser Technik abgelöst werden. Nach Consumer-Technik und Smart Home unterstützt Wireless auch immer öfter IT- und industrielle Lösungen.

Die neuesten 5G- und 802.11-WLAN-Standards mit dem Anwendungsprofil Ultra Reliable and Low Latency Communications (URLLC) erfüllen durch ihre ausfallsichere Echtzeitkommunikation inzwischen die Anforderungen der Operational Technology (OT). Mit der TSN-Funktionalität steht die kabellose Kommunikation mit nahezu latenzfreier Übertragungsgarantie (Bounded Latency), minimalem Jitter und extrem geringem Datenverlust nichts mehr im Wege. TSN-Hybridnetzwerke sind mit ihrem noch nie dagewesenen Maß an Flexibilität der Schlüssel zu künftigen Netzarchitekturen. Zugleich steigern sie die Datentransparenz und Datenverfügbarkeit für ein großes Portfolio an Aufgaben, beispielsweise die verbesserte Fernüberwachung.

Aber die Zukunft geht weiter: Während die Einführung von 5G noch in vollem Gange ist, wird bereits intensiv an der Mobilfunkgeneration 6G gearbeitet. Man darf davon ausgehen, dass diese Netzwerke eine noch weit größere Vielfalt an Applikationen unterstützen werden, wie Virtual und Augmented Reality (VR und AR), Infrastrukturen für künstliche Intelligenz (KI) und nicht zuletzt das Metaverse.

Das könnte Sie auch interessieren

Was mit Produkten wie Siri oder Alexa für das eigene Zuhause bereits im Alltag angekommen ist, könnte auch in Produktionsumgebungen Mehrwerte schaffen - die Sprachsteuerung von Maschinen. Der Embedded-KI-Spezialist Aitad zeigt die Möglichkeiten auf.‣ weiterlesen

Die SPS wird im nächsten Jahr (2025) vom 25. bis zum 27. November in Nürnberg stattfinden und somit wieder auf den seit vielen Jahren bekannten Zeitraum zurückkehren.‣ weiterlesen

Laut aktuellem Lagebild Cyberkriminalität sind Taten aus dem Ausland erneut gestiegen während solche aus dem Inland leicht rückläufig waren. Mehr als 800 Unternehmen haben 2023 einen Ransomwareangriff angezeigt, wobei von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen wird.‣ weiterlesen

Anfang Mai fand die offizielle Eröffnungsfeier des AAS Dataspace for Everybody statt. Die Plattform soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Datenräumen, digitalen Zwillingen und Verwaltungsschalen erleichtern.‣ weiterlesen

3 Prozent der großen Industrieunternehmen setzen GenAI bereits großflächig ein, und rund ein Viertel hat erste Pilotprojekte gestartet. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey kann die Mehrheit der Unternehmen den Mehrwert der Technologie für den Unternehmenserfolg bislang aber noch nicht beziffern.‣ weiterlesen

Die Industrie arbeitet daran, die Barrieren zwischen IT und OT abzubauen. So können Unternehmen ihre Produktion effizienter und innovativer gestalten und im immer härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen. Francis Chow von Red Hat erklärt, welche Rolle Open-Source-Technologien dabei spielen.‣ weiterlesen

Für dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit müssen deutsche Hersteller angesichts weiterhin drohender Rezession und hoher Energiekosten die nächste Stufe der Digitalisierung erreichen. Die Mehrheit der Unternehmen bereitet sich in diesem Zug auf Smart Manufacturing vor, wie eine von Statista durchgeführte und Avanade beauftragte Studie zeigt.‣ weiterlesen

Ein Bericht von ABI Research und Palo Alto Networks über den Stand der OT-Sicherheit zeigt, dass im vergangenen Jahr eines von vier Industrieunternehmen seinen Betrieb aufgrund eines Cyberangriffs vorübergehend stilllegen musste. Die Komplexität beim Einsatz von OT-Sicherheitslösungen stellt für die Befragten das größte Hindernis dar.‣ weiterlesen

Eine Umfrage von Hewlett Packard Enterprise (HPE) unter 400 Führungskräften in Industrie-Unternehmen in Deutschland zeigt, dass zwei Drittel der Befragten den Data Act als Chance wahrnehmen. Der Data Act stieß unter anderem bei Branchenverbänden auf Kritik.‣ weiterlesen

Fraunhofer-Forschende haben für Fahrer und Fahrerinnen von Baumaschinen einen Helm mit integriertem Beschleunigungssensor entwickelt. Die Helm-Sensorik misst die Vibrationen der Baumaschinen. Die Sensorsignale werden analysiert, eine Software zeigt die Belastung für den Menschen an.‣ weiterlesen

Mit der Do-it-yourself-Automatisierung sollen Unternehmen ihre Automatisierungskonzepte selbst gestalten können. Die Komponenten dafür werden über eine Plattform bereitgestellt. Etienne Lacroix, CEO der DIY-Plattform Vention erklärt das Konzept.‣ weiterlesen