Mehrheit setzt Digitalisierungsprojekte fort

Kühler Kopf in Krisenzeiten

Laut einer Untersuchung der Staufen AG haben die meisten der befragten Unternehmen ihren strategischen Kompass trotz aller Krisenhektik nicht verloren. Demnach setzen 59 Prozent der industriellen Betriebe ihre Digitalisierungsprojekte unverändert fort und fast jedes zweite Unternehmen hat sogar neue Projekte angestoßen. Für die Studie hat die Unternehmensberatung mehr als 400 Industrieunternehmen aus der DACH-Region befragt.

(Bild: ©Gajus/stock.adobe.com)

„Die instabilen Marktbedingungen der vergangenen Jahre haben die Industrieunternehmen immer wieder zu kurzfristigen Anpassungen gezwungen. Doch viele Betriebe haben trotz Krisenhektik ganz bewusst die Chance zur Transformation genutzt und ihre Strategie konsequent auf die vier Top-Themen Digitalisierung, Effizienz, Nachhaltigkeit und Resilienz ausgerichtet“, sagt Wilhelm Goschy, CEO der Staufen AG.

Aktuelle Top-Themen

Auf die Frage, welche zwei Top-Themen sie aktuell ganz besonders beschäftigen, gaben jeweils sechs von zehn Unternehmen effiziente Wertschöpfung und Digitalisierung an. Bei jeweils vier von zehn Unternehmen stehen Nachhaltigkeit und resiliente Netzwerke derzeit ganz oben auf der Agenda. “Kein Unternehmen kann sich diesen vier Herausforderungen mehr entziehen”, so Goschy weiter. Für den Erfolg oder Misserfolg einer Transformation sei die Reihenfolge der Umsetzung sowie das Zusammenspiel der einzelnen Dimensionen entscheidend. Eine effiziente und digitalisierte Wertschöpfung sei dabei das Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut.

Ähnlich sieht es laut Befragung auch die Mehrheit der Industrieunternehmen: Mehr als die Hälfte der Unternehmen gab in der Studie an, ihre Digitalisierungsprojekte trotz aktuell schwieriger Zeiten unverändert fortzusetzen, um vor allem die Effizienz zu steigern (86 Prozent), mehr Transparenz in die Abläufe zu bringen (75 Prozent) und die Kosten zu senken (57 Prozent). Ohne Operational Excellence bestehe jedoch die Gefahr, so Goschy, dass Verschwendung ‘digitalisiert’ und daher das Potenzial der Digitalisierung nicht oder nur teilweise gehoben wird”.

Prioritäten setzen

Themen wie das Lieferkettengesetz oder die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts zwingen Unternehmen jedoch manchmal zu schnellem Handeln – auch wenn ein stabiles Fundament noch fehlt. In diesem Fall rät der Staufen-Experte, genau hinzuschauen, was wichtig ist und was noch etwas warten kann. “Die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben führt nämlich nicht automatisch dazu, dass ein Unternehmen wirklich schon nachhaltig oder resilient aufgestellt ist”, so Wilhelm Goschy. Deshalb sollten Unternehmen unbedingt Prioritäten setzen. Einzelne Themen wie gesetzliche Vorgaben müssten zwar umgesetzt werden, dennoch dürften essenzielle Basisaufgaben dabei nicht aus dem Fokus geraten.

 

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