Datenspezialisten fehlen

Das Hochschulsystem ist in den vergangenen fünf Jahren internationaler, durchlässiger und heterogener geworden. Aber: Der Wandel hin zu einem digitalen, flexiblen und optimal berufsvorbereitenden System ist noch nicht geschafft. So lautet die Zwischenbilanz des Hochschul-Bildungs-Reports des Stifterverbandes und der Unternehmensberatung McKinsey.

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Eine Arbeitsmarktanalyse im Rahmen des Hochschul-Bildungs-Reports zeigt zudem, dass in Deutschland bis zu 95.000 Datenspezialisten fehlen. „Die Anzahl der Studienanfänger in den MINT-Fächern ist außer in den Lehramtsstudiengängen zwar gestiegen, es mangelt aber weiter an Informatik-Studierenden und MINT-Studentinnen“, stellt McKinsey-Seniorpartner Jürgen Schröder fest. „Für die Unternehmen ist dieser Mangel an Fachkräften ein deutlicher Wettbewerbsnachteil“, warnt Schröder. Stifterverband und McKinsey empfehlen daher, die Einrichtung von Data-Science-Education-Programmen für Bachelorstudiengänge an Hochschulen, die grundlegende Datenanalysefähigkeiten für alle Fächer vermitteln, für alle Studierende einzuführen.

Gezielte Kooperation von Hochschulen und Unternehmen

Darüber hinaus sollte es mehr gezielte Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen bei der Vermittlung von Datenanalysekompetenzen geben, etwa durch Hackathons. Auch auf die Schulen wirkt sich der Mangel an Informatikstudierenden aus. Derzeit beträgt der Anteil der Lehramtsstudierenden, die Informatik als erstes, zweites oder drittes Studienfach wählen, nur 1,6 Prozent. Abhilfe könnte ein Bund-Länder-Pakt zur Informatiklehrerausbildung bringen: Hochschulen, die bereits heute Lehramtsstudiengänge in Informatik anbieten, sollten eine einmalige Kapazitätserhöhung erhalten, um mehr Lehrer ausbilden zu können. Die Länder sollten sich laut Stifterverband und McKinsey im Gegenzug verpflichten, den Informatikunterricht auszuweiten und mehr Informatiklehrer einzustellen, um eine Kopplung zwischen Lehrerausbildung und -einstellung zu erreichen. Parallel müsse die IT-Infrastruktur an Schulen durch einen Digitalpakt deutlich ausgebaut werden. Im Jahr 2020 werden in deutschen Hochschulen bis zu 40.000 Flüchtlinge eingeschrieben sein. Diese Zahl haben Stifterverband und McKinsey erstmals für den Report berechnet. „Die Motivation vieler Flüchtlinge in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland ist besonders hoch“, stellt McKinsey-Partnerin Solveigh Hieronimus fest. Dieses Potenzial sollte besser genutzt und die Prozessdauer von der Einreise bis zur Aufnahme eines Studiums durch Ausbau und Förderung von studienvorbereitenden Sprach- und fachlichen Kursen an Hochschulen verkürzt werden.

 

Hochschul-Bildungs-Report
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