KI-Umsetzung oft noch halbherzig

Zum Teil große Unterschiede zwischen Deutschland und internationalem KI-Level

Die Studienautoren beobachten, dass Deutschland in einigen Bereich noch viel KI-Entwicklung vor sich hat, in anderen wiederum den Zenit des Entwicklungsbedarfs bereits überschritten hat. Vor allem im Bereich der optisch gestützten Maschinenaufgaben – wie etwa Qualitätskontrolle oder Gesichtserkennung – sehen die Befragten zu 32 Prozent in den kommenden drei bis fünf Jahren eine hohe Relevanz, für den Zeitraum fünf bis zehn Jahren sind es schon 41 Prozent. Auch bei Simulationen, etwa mit Digital Twins, liegen die Steigerungserwartung ähnlich hoch, während er bei Anwendungen wie Intelligenter Automatisierung, Cybersecurity und Empfehlungssystemen seinen Höhepunkt erreicht hätten und sich in den kommenden zehn Jahren laut der Befragung relativ stagniert bzw. rückläufig entwickeln dürften. Dies gelte laut der Autoren als Zeichen, dass die Entwicklung in diesem Bereich weitgehend als abgeschlossen und integriert betrachtet würden, was insbesondere hinsichtlich Cybersecurity Sorgen bereite.

Auch bei den KI-Investitionen klaffe die Schere zwischen Global und Deutschland auseinander, so die Studienautoren: Im Durchschnitt berichten 76 Prozent der Befragten weltweit von einer Zunahme der KI-Investitionen, verglichen mit 70 Prozent der deutschen Befragten. „Es besteht das Risiko, dass deutsche Unternehmen das Potenzial von KI im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern nicht ausreichend nutzen“, sagt Bringmann. „Unternehmen in anderen Ländern sehen in der KI-Technologie eher einen Schlüssel zum künftigen Erfolg und zahlen mit ihren KI-Investitionen stärker auf die Zukunft ein als hierzulande.“

KI-Themen gehören in die C-Klasse

In diesem Jahr sehen due Studienautoren überproportional viele Organisationen aus Deutschland, die mit stärksten KI-Ergebnissen assoziiert werden, also viel KI nutzen und auch Ziele damit erreichen, die sogenannten Transformer. Hier belegt Deutschland den dritten Platz unter den 13 untersuchten Länder. Diese Position wirke auf den ersten Blick ermutigend, sei  jedoch trügerisch, so die Autoren. Zum einen würden die meisten deutschen Transformer die geforderten Kriterien in der Studie nur sehr knapp erfüllen, – ihre gute Platzierung in dem von rapider Veränderung geprägten KI-Umfeld wird also eher nicht beständig sein. Zum anderen würden die Ergebnisse zeigen, dass viele deutsche Unternehmen es offenbar versäumt hätten, die Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung von KI zu schaffen. Laut der Autoren fallen insbesondere die Themen Kultur und Führung auf, bei denen Deutschland durchgehend schlecht abschneidet und bei mehr der Hälfte der Themen auf dem letzten Platz liegt. Das liege u.a. auch am mangelnden Verständnis und unzureichender Verankerung von KI als Thema in der Vorstandsetage, erklärt Dr. Bringmann.

 

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