Die AI Nose und ihr Einsatz in der Konsumgüterindustrie

Maschinen, die riechen können

Viele Anlagen und Rechner in der Industrie sind smart – so viel ist klar. Sie können sehen, hören und sprechen. Dass sie technisch nun auch riechen können, ist deshalb nicht verwunderlich. Technologien wie die ‘AI Nose’ sollen die Konsumgüterindustrie noch intelligenter machen und Unternehmen dabei helfen, Wettbewerbsvorteile zu sichern und auszubauen.

Bild: ©Andreas Kusy Photography

Digitale Innovationen sind kein Selbstzweck, sondern ermöglichen die Übertragung von Wissen und Techniken auf unterschiedlichste Szenarien. Ihr Einsatz macht Unternehmen zukunftsfähig und sichert ihnen vorteilhafte Marktpositionen. Ein Beispiel: Die ‘AI Nose’ bei NTT Data Business Solutions, eine Weiterentwicklung eines IoT-Projekts von Benjamin Cabé. Diese intelligente, künstliche Nase vereint mehrere Sensoren zur Geruchsidentifikation in einem. Einsatzmöglichkeiten für die Entwicklung ergeben sich in unterschiedlichen Bereichen, etwa im Qualitätsmanagement in der Logistik und Produktion oder in der Bestandsanamnese in der Gärtnerei bis hin zur Sicherheitsüberwachung in Chemielaboren. Besonders in der Konsumgüterindustrie ist eine zuverlässige und sorgfältige Qualitätskontrolle relevant, denn fehlerhafte Rohstoffe oder Produkte können gesundheitliche Risiken verursachen. ‘AI Nose’ unterstützt diese Prozesse.

Sensorsystem erkennt Gerüche

Die ‘AI Nose’ funktioniert auf Basis eines Sensorsystems, das unterschiedliche Gaswerte misst, etwa flüchtige organische Verbindungen (zusammengefasst als VOC bzw. Volatile Organic Compounds), Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2) oder Ethanol (C2H5OH) in ppm (parts per million). Diese Werte werden erfasst und in ihrer Kombination zu einem digitalen Fingerabdruck verdichtet. Dieser bildet einen Duft ab – beispielsweise den von Kaffee. Eine künstliche Intelligenz identifiziert den Geruch und gleicht ihn mit dem zuvor definierten Fingerabdruck ab. Für komplexe Aromen können die Sensoren außerdem angepasst und in ihrer Anzahl erhöht werden.

Alles, was die künstliche Nase misst und analysiert, wird auf einem Dashboard angezeigt. Dieses gewährt Echtzeit-Einblicke in die olfaktorische Beschaffenheit von Produkten. Die KI-Engine kann außerdem ganz einfach per App gesteuert werden und stellt sich damit als besonders nutzerfreundlich heraus.

Vielfältige Anwendungsfelder

Die maschinelle Erfassung von Gerüchen bietet sich vor allem für Prozesse des Qualitätsmanagements an. So kann die AI Nose automatisiert Fehler und Unzulänglichkeiten, z.B. bei Lebensmitteln, erkennen. Damit wird das Erfordernis von aufwendigen Routinearbeiten in der Qualitätskontrolle reduziert – Labortests ergänzen die automatisierten Prozesse jedoch weiterhin. Auch für die Logistik, den Einkauf und die Produktion bergen KI-Anwendungen wie die AI Nose Potenziale, denn insbesondere bei großen Liefermengen entfällt viel Zeit auf die Sortierung von Zutaten.

Sind Gerüche erkannt und interpretiert, kann die AI Nose ohne manuelle Steuerung entsprechende Aktionen veranlassen, z.B. die Weiterleitung der Informationen an relevante Stellen, die Aussortierung von unzureichenden Produkten oder die sofortige Anpassung von Verarbeitungsprozessen.

Das könnte Sie auch interessieren

Was mit Produkten wie Siri oder Alexa für das eigene Zuhause bereits im Alltag angekommen ist, könnte auch in Produktionsumgebungen Mehrwerte schaffen - die Sprachsteuerung von Maschinen. Der Embedded-KI-Spezialist Aitad zeigt die Möglichkeiten auf.‣ weiterlesen

Die SPS wird im nächsten Jahr (2025) vom 25. bis zum 27. November in Nürnberg stattfinden und somit wieder auf den seit vielen Jahren bekannten Zeitraum zurückkehren.‣ weiterlesen

Laut aktuellem Lagebild Cyberkriminalität sind Taten aus dem Ausland erneut gestiegen während solche aus dem Inland leicht rückläufig waren. Mehr als 800 Unternehmen haben 2023 einen Ransomwareangriff angezeigt, wobei von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen wird.‣ weiterlesen

Anfang Mai fand die offizielle Eröffnungsfeier des AAS Dataspace for Everybody statt. Die Plattform soll kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Datenräumen, digitalen Zwillingen und Verwaltungsschalen erleichtern.‣ weiterlesen

3 Prozent der großen Industrieunternehmen setzen GenAI bereits großflächig ein, und rund ein Viertel hat erste Pilotprojekte gestartet. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey kann die Mehrheit der Unternehmen den Mehrwert der Technologie für den Unternehmenserfolg bislang aber noch nicht beziffern.‣ weiterlesen

Die Industrie arbeitet daran, die Barrieren zwischen IT und OT abzubauen. So können Unternehmen ihre Produktion effizienter und innovativer gestalten und im immer härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen. Francis Chow von Red Hat erklärt, welche Rolle Open-Source-Technologien dabei spielen.‣ weiterlesen

Für dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit müssen deutsche Hersteller angesichts weiterhin drohender Rezession und hoher Energiekosten die nächste Stufe der Digitalisierung erreichen. Die Mehrheit der Unternehmen bereitet sich in diesem Zug auf Smart Manufacturing vor, wie eine von Statista durchgeführte und Avanade beauftragte Studie zeigt.‣ weiterlesen

Ein Bericht von ABI Research und Palo Alto Networks über den Stand der OT-Sicherheit zeigt, dass im vergangenen Jahr eines von vier Industrieunternehmen seinen Betrieb aufgrund eines Cyberangriffs vorübergehend stilllegen musste. Die Komplexität beim Einsatz von OT-Sicherheitslösungen stellt für die Befragten das größte Hindernis dar.‣ weiterlesen

Eine Umfrage von Hewlett Packard Enterprise (HPE) unter 400 Führungskräften in Industrie-Unternehmen in Deutschland zeigt, dass zwei Drittel der Befragten den Data Act als Chance wahrnehmen. Der Data Act stieß unter anderem bei Branchenverbänden auf Kritik.‣ weiterlesen

Deutsche Unternehmen nehmen eine zunehmende Bedrohung durch Cyber-Angriffe wahr. Das zeigt eine aktuelle Umfrage vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von 1&1 Versatel, an der mehr als 1.000 Unternehmensentscheider teilnahmen.‣ weiterlesen

Fraunhofer-Forschende haben für Fahrer und Fahrerinnen von Baumaschinen einen Helm mit integriertem Beschleunigungssensor entwickelt. Die Helm-Sensorik misst die Vibrationen der Baumaschinen. Die Sensorsignale werden analysiert, eine Software zeigt die Belastung für den Menschen an.‣ weiterlesen