Cyberkriminalität

IoT-Geräte im Fokus

Im ersten Halbjahr 2019 gab es neun Mal so viele Cyberattacken auf Geräte innerhalb des Internets der Dinge (IoT) wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. So identifizierten die Experten von Kaspersky im Rahmen einer Honeypot-Analyse weltweit 105Mio. Angriffsversuche von 276.000 verschiedenen IP-Adressen auf IoT-Geräte. 2018 wurden in den ersten sechs Monaten lediglich 12Mio. Angriffe von 69.000 IP-Adressen registriert.

(Bild: @pickup/Fotolia.com)

Die Experten von Kaspersky führen den Anstieg von IoT-Attacken innerhalb eines Jahres darauf zurück, dass zunehmend smarte, mit dem Internet verbundene Geräte wie Router oder digitale Überwachungskameras von Privatnutzern und Unternehmen eingesetzt werden. Cyberkriminelle sehen darin neue lukrative Chancen und verwenden Netzwerke infizierter IoT-Geräte für DDoS-Angriffe oder für andere schädliche Aktivitäten. Die dafür ausgewerteten Honeypots zeigen, dass Angriffe auf IoT-Geräte zwar meistens wenig ausgereift sind, aber heimlich und ohne Kenntnis der Nutzer stattfinden. Hinter den Angriffen stecken vor allem drei Malware-Familien:

  • 39 Prozent entfielen zwischen Januar und Juni 2019 auf Mirai. Diese Malware arbeitet mit Exploits: sie dringt über ältere Schwachstellen in die Geräte ein und übernimmt dort die Kontrolle.
  • Nyadrop, mit 38,6 Prozent die zweithäufigste Malware-Familie, arbeitet dagegen mit Brute-Forcing und hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einer der aktivsten Gefahrenquellen entwickelt. Zudem fungiert Nyadrop häufig als Downloader von Mirai.
  • Das dritthäufigste Botnetz, das eine Bedrohung für smarte Geräte darstellt, ist Gafgyt mit 2,1 Prozent; auch dieses arbeitet mit Brute-Forcing.

Die Kaspersky-Experten beobachteten im ersten Halbjahr 2019 zudem eine regionale Verschiebung der Aktivitäten von Botnetzen. Im ersten Halbjahr 2018 lag Brasilien mit 28 Prozent vor China (14 Prozent) und Japan (11 Prozent), dagegen steht jetzt China mit 30 Prozent aller Attacken an erster Stelle, gefolgt von Brasilien (19 Prozent) und Ägypten (12 Prozent).

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gründungsmitglieder der GAIA-X-Initiative haben die Gründungsurkunden zur GAIA-X AISBL unterzeichnet. Interessierte Unternehmen und Initiativen sind aufgerufen, sich an der gemeinnützigen Vereinigung zu beteiligen.‣ weiterlesen

Anzeige

Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Industrie 4.0-Technologien zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen können. Viele Unternehmen haben sich bereist eine Selbstverpflichtung zu Senkung des CO2-Ausstoßes auferlegt.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Menge an Daten wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Wie gut Unternehmen darauf vorbereitet sind und welche Hindernisse durch Dark Data entstehen, zeigt eine aktuelle Studie von Splunk.‣ weiterlesen

Die Waffe gegen einen Ransomware-Angriff heißt: Managed Threat Response. Das Tool ermöglicht eine einzigartige Perspektive auf die realen Abläufe eines Cyberangriffs. Sophos gibt einen Einblick in die Sicht des Opfers und widerlegt einen typischen Denkfehler: Ransomware ist nicht der Beginn, sondern das Finale einer Attacke.‣ weiterlesen

Jedes zweite Unternehmen sucht laut einer Studie der Technologieberatung Sopra Steria verstärkt Cloud-Computing-Lösungen, die das eigene Unternehmen innovativer macht. Ferner wollen 44 Prozent durch Cloud-Technologie vorrangig IT-Kosten einsparen. Insgesamt wurden 204 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen - unter anderem Finanzen und verarbeitendes Gewerbe - befragt.‣ weiterlesen

Krisen wie die Pandemie verstärken den Trend zu Reshoring und Nearshoring. Dies zeigt eine aktuelle Studie des McKinsey Global Institute (MGI). Demnach könnten bis zu einem Viertel der globalen Lieferketten bereits in den nächsten fünf Jahren verlagert werden. Insgesamt wurden für die Studie 23 Industriebranchen analysiert.‣ weiterlesen