Deutsche Maschinenbauer
senken Konjunkturerwartungen

Im aktuellen PWC-Maschinenbau-Barometer sinken Konjunkturerwartungen der deutschen Maschinenbauer im zweiten Quartal auf neuen Tiefstand. Auch die Auslastung stagniert und die Branche rechnet mit sinkenden Umsätzen.

Engineer hand using tablet with machine real time monitoring system software. Automation robot arm machine in smart factory automotive industrial Industry 4th iot , digital manufacturing operation. (Bild: ©zapp2photo/Fotolia.com)

 (Bild: ©zapp2photo/Fotolia.com)

Die befürchtete konjunkturelle Abkühlung ist bei den deutschen Maschinenbauern immer stärker spürbar: Nach 36% im Vorquartal erwarten mittlerweile 40% der Befragten ein Nachlassen der globalen Wirtschaftsdynamik. Vor einem Jahr waren lediglich 16%der befragten Entscheider dieser Meinung – innerhalb eines Jahres hat sich die konjunkturelle Einschätzung damit komplett gedreht. Gleichzeitig nimmt der Anteil derjenigen, die im heimischen Markt einen sicheren Hafen sehen, rapide ab: Nur noch gut ein Drittel (36%) ist für die nächsten zwölf Monate optimistisch mit Blick auf die inländische Konjunktur (Vorquartal: 45%, Vorjahresquartal: 68%). Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC für das zweite Quartal 2019 hervor.

Umsatzprognose geht zurück

Den konjunkturellen Erwartungen entsprechend haben die Maschinenbauer auch ihre Umsatzprognosen weiter nach unten korrigiert. Für die Gesamtbranche erwarten sie erstmals seit drei Jahren sogar einen leichten Rückgang von 0,5% in den nächsten 12 Monaten (Vorquartal: 1% Wachstum). Für das jeweils eigene Unternehmen gehen die Befragten noch von einem Umsatzwachstum von 2,2% aus (Vorquartal: 3,1%) – der niedrigste Wert seit 2015. Auch die durchschnittliche Kapazitätsauslastung befindet sich mit rund 91% auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Zum Vergleich: Vor sechs Monaten lag der Anteil der voll ausgelasteten Betriebe noch bei knapp 70%.

Digitalisierung kommt nur schleppend voran

Die digitale Transformation des Maschinenbaus schreitet laut PWC weiterhin nur sehr zögerlich voran. Verglichen mit dem Vorjahr geben die Befragten zwar in fast allen Unternehmensbereichen Fortschritte zu Protokoll – dennoch besteht immer noch teils erheblicher Nachholbedarf. So sind die Bereiche Beschaffung, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing bereits bei über der Hälfte der Unternehmen stark digitalisiert. Produktion, Service sowie Transport und Logistik hinken hingegen deutlich hinterher und weisen nur bei rund einem Drittel der Unternehmen einen vergleichbaren Digitalisierungsgrad auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Bei allen Vorteilen birgt die zunehmende Vernetzung - innerhalb und außerhalb des Unternehmens - auch Gefahren. Cyberkriminelle zielen dabei in der Vergangenheit verstärkt darauf ab, keine technischen, sondern menschliche Schwachstellen auszunutzen. Daher gilt es, auch die Mitarbeiter für Cybergefahren zu sensibilisieren‣ weiterlesen

Der Industrie-4.0-Index, den die Unternehmensberatung Staufen bereits zum sechsten Mal aufgelegt hat, ist auch in der 2019er Auflage erneut gestiegen. Demnach setzen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Industrie 4.0 operativ um. Der Sprung von der Einzellösung hin zum unternehmensübergreifenden Einsatz gelingt jedoch nur selten.‣ weiterlesen

Anzeige

Der IoT-Spezialist HMS Networks hat in einem aktuellen Whitepaper Experten aus der Industrie zum Einsatz des neuen Mobilfunkstandards 5G befragt. Daraus ist eine Studie entstanden, aus der hervorgeht, das bereits mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer kabellose Lösungen in der Produktion einsetzt — etwa die Hälfte der Befragten steht dem Einsatz von 5G positiv gegenüber.‣ weiterlesen

Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des Beratungsunternehmens EY eingebüßt.‣ weiterlesen

Die Mehrheit der im Rahmen einer Mindtree-Studie befragten Unternehmen arbeitet bereits mit künstlicher Intelligenz. Daraus ziehen sie zwar einen Mehrwert, diesen könnten sie jedoch noch steigern - so die Studienergebnisse.‣ weiterlesen

Exklusiv für Abonnenten

Die Unternehmensberatung Bain & Company hat untersucht, wie es in Zukunft um den Einzelhandel bestellt sein könnte. Dabei wurden fünf Händlertypen identifiziert, deren Zukunftsaussichten positiv sind. Einzelhändler, die nicht in diese Modelle passen, riskieren laut Bain eine Übernahme oder gar die Insolvenz.‣ weiterlesen