Master-Studium ‚Digitale Arbeit‘

Die Digitalisierung der Wirtschaft und Arbeitswelt ist ein Prozess, der die Grundlagen moderner wissensbasierter Erwerbssysteme und betrieblicher Leistungsorganisationen nachhaltig verändert hat und weiterhin verändern wird. Bereits heute ist absehbar, dass Unternehmen, Verbände und auch staatliche Organe in zunehmendem Maße Fachkräfte nachfragen, deren Qualifikationsprofil diesen neuen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Analyse, die Planung und das Management digitaler Prozesse Rechnung trägt.

An der TU Chemnitz gibt es zum Wintersemester den neuen Masterstudiengang ‘Digitale Arbeit’. Damit will man den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung Rechnung tragen.
(Bild: ©Unsplash/pixabay.com)

Aus diesem Grund beginnt im Herbst 2017 der viersemestrige Studiengang ‚Digitale Arbeit‘ an der TU Chemnitz. Er zielt darauf ab, Fach- und Führungskräfte für den Bereich digitaler und internetbasierter Produktions- und Dienstleistungsarbeit auszubilden. Die Absolventen sollen in die Lage versetzt werden, Arbeitsprozesse, die zentral über Online-Medien realisiert werden oder von digital vernetzter Technik geprägt sind, zu planen, zu begleiten, zu evaluieren und zu reflektieren. Dazu findet eine fundierte arbeits-, organisations- und techniksoziologische Theorieausbildung sowie die Vermittlung spezifischer Methodenkenntnisse der Arbeits- und Internet-Forschung statt. Der Studiengang gliedert sich dabei in fünf grundlegende Bereiche.

Wissenserweiterung in den Basismodulen

Die Basismodule zielen auf eine Fundierung und Erweiterung des Wissens im Bereich der theoretischen Grundlagen ab. Die Schwerpunktmodule widmen sich dem Feld digitalisierter Arbeit – theoretisch, inhaltlich und methodisch. Dabei werden aktuelle Wissensbestände der Arbeits- und Organisationsforschung sowie der Technik- und Medienforschung vor dem Hintergrund digitalisierter Arbeit gelehrt. Dies wird ergänzt um ein Seminar, das aktuelle Entwicklungen internetbasierter und digital vernetzter Arbeit (Industrie 4.0, Sharing Economy, Cloudwork, Crowdfunding etc.) beinhaltet und (d) eine Methodenausbildung, die speziell auf das Forschungsfeld ausgerichtet ist (Online-Befragungen, teilnehmende Beobachtungen, Experterinterviews, Web-Ethnographie, Fallstudien etc.).

Dreisemestriges LehrForschungsprojekt

Im Rahmen eines dreisemestrigen Lehrforschungsprojektes werden aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Fragestellungen eigenständig und praxisorientiert empirisch bearbeitet. In den Ergänzungsmodulen wählen Studierende Nebenfachvertiefungen und erwerben in diesen grundlegende Kenntnisse, die komplementär zur sozialwissenschaftlichen Perspektive sind. Dort kann aus Lehrveranstaltungen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, der Medienwissenschaften, der Informatik und des Maschinenbaus gewählt werden. Das Studium wird mit einer Master-Arbeit abgeschlossen, die in der Regel ein spezifisches Problem digitaler Arbeit empirisch untersucht. Der Studiengang richtet sich zunächst an Absolventinnen und Absolventen eines sozialwissenschaftlichen, berufsqualifizierenden Hochschulstudiengangs mit Vorkenntnissen in Arbeits-, Technik-, Medien-, Organisations- oder Wirtschaftssoziologie. Darüber hinaus sind Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, Medienwissenschaften, der Arbeitswissenschaften und ähnlicher Fächer bei entsprechendem Vorwissen angesprochen. Neben Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen werden die Absolventinnen und Absolventen für Fach- und Führungsfunktionen in modernen, technologiebasierten Wirtschaftsunternehmen, dort vor allem in den Bereichen Marketing, Kommunikation, Betriebsdaten, Strategie, Personal und Organisationsentwicklung, qualifiziert. Darüber hinaus ist der Berufseinstieg in Referenten- und Führungsfunktionen in Politik, Verbänden, Non-Profit- und Non-Governmental-Organisationen, aber auch in Führungspositionen in der Kreativwirtschaft und internetoriginären Arbeitszusammenhängen möglich.

Master ‚Digitale Arbeit‘ -TU Chemnitz startet mit neuem Studiengang
An der TU Chemnitz gibt es zum Wintersemester den neuen Masterstudiengang ‘Digitale Arbeit’. Damit will man den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung Rechnung tragen. (Bild: ©Unsplash/pixabay.com)


Das könnte Sie auch interessieren

Gerade in dem Moment, in dem das Schlagwort Big Data im Bewusstsein vieler Entscheider und in den Vorstandsetagen angekommen ist, muss heute eindeutig festgestellt werden: Big Data ist tot.‣ weiterlesen

Kaum ein Entwicklerteam schreibt heute noch jede Codezeile selbst. Die industrielle Produktion hat auch in der Software-Entwicklung längst Einzug gehalten. Doch wäre es leichtfertig, sich auf die Qualität des Codes von Dritten blindlings zu verlassen. Im Rahmen einer Sourcing-Strategie bei der Entwicklung nimmt deswegen die Qualitätssicherung eine zentrale Rolle ein. Die große Hürde dabei ist allerdings, dass ein großer Teil des Fremdcodes binär vorliegt. Mit geeigneten Werkzeugen kann aber auch dieser einer strengen Analyse unterzogen werden.‣ weiterlesen

Anzeige

Mit dem FIND-Projekt – FIND steht für Future Industrial Network Architecture – hat sich ein Konsortium aus Unternehmen und Institutionen ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Man will das industrielle Internet weiterentwickeln. Welche Ziele die Beteiligten mit dem Projekt noch verfolgen und vor welchen Herausforderungen sie dabei stehen, erklärt Prof. Dr. Hans Schotten, Koordinator des Projekts und wissenschaftlicher Direktor am DFKI, im Interview mit dem INDUSTRIE 4.0- MAGAZIN.‣ weiterlesen

Anzeige

Produktionsplanung und Produktionsteuerung lassen sich besser synchronisieren, wenn man die digitalen Modelle von Produkt und Produktionslinien mit Echtzeitdaten aus dem Shopfloor füttert. Wie das im Flugzeugbau aussehen könnte, demonstriert der Synced Factory Twin, ein echtzeitfähiges digitale Abbild der realen Fabrik auf Basis der Shopfloor-Lösung von ASCon Systems. Entwickelt wurde er zusammen mit Airbus im Rahmen eines prostep ivip-Projekts. Bis zum flächendeckenden Einsatz in der Flugzeugmontage sind allerdings noch einige Schritte zu gehen.‣ weiterlesen

Die Verbreitung der Blockchain-Technologie in der Wirtschaft gewinnt an Fahrt. 47 Prozent der für eine neue Studie befragten Unternehmen, die Blockchain kennen, prüfen den Einsatz im eigenen Haus, 21 Prozent arbeiten an Prototypen. Einsatzszenarien sind die schnellere Zahlungs- und Kaufabwicklung sowie das Managen von Identitäten. Der Mehrheit fehlt es allerdings noch an Erfahrungswerten. Nur sieben Prozent der Fach- und Führungskräfte halten die Technologie aktuell für marktreif. Für rund jeden Zweiten befindet sie sich in einem Experimentierstadium. Das ergibt die aktuelle Yougov-Studie „Potenzialanalyse Blockchain“ im Auftrag von Sopra Steria Consulting, für die 204 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen verschiedener Branchen befragt wurden.‣ weiterlesen

Etwa jedem zweiten mittelständischen Industriebetrieb fehlen sowohl das Wissen als auch die technische Ausstattung, um industrielle Daten auswerten zu können. Da bereits drei Viertel der Unternehmen Maschinenwerte beim Kunden erfassen oder eigene Daten an ihre Ausrüster liefern, bleiben demnach viele dieser Informationen ungenutzt beziehungsweise werden falsch interpretiert. Das sind Ergebnisse der Studie „Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0“. Der digitale Mittelstandsfinanzierer creditshelf hat dafür zusammen mit der TU Darmstadt 187 Vorstände und Geschäftsführer befragt.‣ weiterlesen