Maschinenbau-Studie

Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

Die Maschinenbau-Branche leidet unter den Folgen von Covid-19. Doch die Ursachen für die Probleme liegen tiefer. Das zeigt die jüngste Studie von Inform: ‘Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?’.

    (Bild: Inform GmbH)

Die Studie vermittelt einerseits ein Stimmungsbild zur aktuellen wirtschaftlichen Situation des Maschinen- und Anlagenbaus und leitet daraus eine Prognose für die weitere Geschäftsentwicklung ab. Andererseits gibt sie Aufschluss über die wichtigsten Hemmnisse für die weitere Entwicklung sowie die für die Zukunftssicherheit dieses wichtigen Wirtschaftszweigs als besonders relevant erachteten Maßnahmen und Technologien.

„Die Gefahr einer Rezession mag sich durch Covid-19 vergrößert haben, doch wir sehen uns nach wie vor derselben Beobachtung gegenüber, wegen der wir unsere Trendstudie durchgeführt haben“, betont Andreas Gladis, Bereichsleiter Produktion bei Inform. „Wenn sich der traditionsreiche Maschinen- und Anlagenbau nicht neu erfindet, dann wird das Traumwachstum der letzten Jahre auch nach der Krise nicht zu halten sein.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • Bereits vor der Corona-Krise sahen sich über die Hälfte der befragten Unternehmen externem Druck ausgesetzt: wegen politischer Faktoren, wie dem Handelsstreit zwischen China und den USA oder dem Brexit (62 Prozent), internationalem Wettbewerb (57 Prozent) oder der Gefahr einer Rezession (52 Prozent)
  • Die digitale Transformation beherrscht die wirtschaftliche Situation in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (57 Prozent). Es folgen Prozessoptimierung und Automatisierung (53 Prozent) sowie Termintreue und Liefergeschwindigkeit (50 Prozent).
  • Digitale Transformation ist in den meisten Unternehmen (97 Prozent) in vollem Gange. Zwar sieht sich noch kein Unternehmen bereits am Ziel angekommen. Doch die Stimmung ist optimistisch: Fast drei Viertel der Befragten (71 Prozent) schätzen die Erfolgsaussichten ihrer Digitalisierungsmaßnahmen als gut ein. Dennoch gelten fehlender Wille zur Digitalisierung (57 Pozent) und Schwierigkeiten bei der Implementierung neuer Prozesse (53 Prozent) zu den größten Hürden einer erfolgreichen Umsetzung.
  • Die Befragten sehen die Digitalisierung einheitlich optimistisch für verschiedene Bereiche. Ein Großteil der Unternehmen sieht hohes oder sehr hohes Verbesserungspotenzial für das Produktionsmanagement (95 Prozent), die Produktionsplanung (92 Prozent), die Termintreue (86 Prozent), Kosteneinsparungen sowie eine Reduzierung der Durchlaufzeiten (jeweils 79 Prozent).
  • Fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) sind mit dem Ablauf und der Organisation ihrer Produktionsplanung unzufrieden. Mangelnde Termintreue ist dabei das häufigste Problem. Essenzielle Hilfen wie ein Fertigungsleitstand oder ein Feinplanungssystem fehlen den meisten Unternehmen (65 Prozent bzw. 79 Prozent).
  • Passend zum Bedarf an Prozessoptimierung misst die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) Big Data und Datenanalyse großen Einfluss auf den zukünftigen unternehmerischen Erfolg bei. Es folgen die ‘Smart Factory’ (55 Prozent), Künstliche Intelligenz und der digitale Zwilling (jeweils 48 Protent).

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